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Dorf und Familie

Das ZLF im Lauf der Geschichte - eine Chronik

pd
am
27.08.2012

München - Das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) ist eine traditionsreiche Veranstaltung. Es geht zurück bis in die Zeit der Säkularisation.

Um 1800 verändern sich die Rahmenbedingungen in der bayerischen Landwirtschaft völlig: Die Säkularisation und die Privatisierung der zahlreichen Gemeinschaftsflächen lassen die Verhältnisse auf dem Land Kopf stehen. Plötzlich ist Eigeninitiative gefragt; neue Anbaumethoden und Nutzpflanzen müssen her, um die immer noch mittelalterlich geprägte Landwirtschaft in Bayern weiterzuentwickeln. König Max Joseph I. genehmigt 1810 deswegen die Gründung des "Landwirthschaftlichen Vereins" - er soll für die "practische Beförderung der Landwirthschaft" sorgen.
 
Dieser Verein übernimmt 1811 die Federführung beim großen Fest auf der Theresienwiese, das an die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen und das große Pferderennen erinnert: das "Oktober-Fest" ist geboren. Neben dem Rennen wird Zuchtvieh ausgestellt, die schönsten Tiere werden prämiert. Mit 23 Hengsten, 29 Zuchtstuten, 22 Stieren, 31 Kühen, 27 Schafböcken und drei Schweinen ist es 1811 die erste Landwirtschaftsausstellung in ganz Deutschland. Ein Viehmarkt, zu dem genau 1.206 Stück Vieh aufgetrieben wurden, beendete schließlich den zweiten "freudenvollen Tag".
 
In der folgenden Chronik finden Sie einen Überblick:

12. Oktober 1810

Zur Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese findet ein großes Fest statt. Höhepunkt ist das Pferderennen auf der Theresienwiese. Wegen seines Erfolgs soll es künftig jedes Jahr stattfinden.
 
1811
 
Neben dem Pferderennen gibt es auch eine Viehausstellung mit Prämierung. Damit ist die erste deutsche Landwirtschaftsausstellung geboren.
 
1812
 
Das Volksfest bekommt den Namen "Centrallandwirthschaftsfest".
 
1816
 
Techniken für eine bessere Landwirtschaft werden vorgestellt.
 
1818
 
Auf der Wiesn dreht sich das erste Karussell. Zusammen mit zwei Schaukeln ist es einer der ersten Schaustellerbetriebe.
 
1819
 
Oktoberfest und Landwirtschaftsfest werden organisatorisch getrennt. Die Stadt München übernimmt die Leitung des Pferderennens und der Gastronomie. Für den landwirtschaftlichen Bereich ist weiterhin der "Landwirthschaftliche Verein" zuständig.
 
1864
 
Justus von Liebigs Versuche zum Kartoffelanbau werden präsentiert.
 
1877
 
Die Sojabohne ist zum ersten Mal Ausstellungsobjekt.
 
1913
 
Das berühmte Pferderennen findet zum letzten Mal statt.
 
1934 bis 1948
 
Der Landwirtschaftliche Verein wird dem Reichsnährstand einverleibt - für das Zentral-Landwirtschaftsfest ist es das vorläufige Aus.
 
1949
 
Der Bayerische Bauernverband übernimmt die Organisation des ersten ZLF nach dem Krieg und führt damit die Tradition der Ausstellung fort.
 
ab 1950
 
Das ZLF wird stetig um eine Attraktion bereichert. Zum Beispiel um einen komplett elektrifizierten Modellbauernhof, eine oberbayerische Alm oder einen fränkischen Weinberg mit Ruine und Fachwerkdorf.
 
1978
 
Die Besucherzahl übersteigt erstmals die Grenze von 500.000.
 
1996
 
Der vierjährige Turnus wird eingeführt.
 
2008
 
München feiert seinen 850. Geburtstag. Das ZLF feiert mit und präsentiert Konzepte für eine umweltfreundliche Energieversorgung.
 
2012
 
Unter dem Motto "LebensMittelPunkt Landwirtschaft" feiert das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest sein 125. Jubiläum.
 
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