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Wolfsriss

Zwei Kälber vermutlich von Wolf gerissen

Wolf im Wald
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Eva Eckinger, agrarheute
am
23.06.2017

Zwei Kälber wurden in Brandenburg vermutlich Opfer eines Wolfsangriffs. Für den Landwirt stellten die Risse vor allem emotional ein Riesenproblem dar, berichtet der Biobauer.

Wie die Deutsche Presse Agentur berichtet, sind in der Nacht zu Donnerstag bei Unterspreewald (Dahme-Spreewald) vermutlich zwei Kälber von einem Wolf gerissen worden. Ein einwöchiges Tier sei in Leibsch mit charakteristischen Bissverletzungen auf der Weide gefunden worden, teilte der Bauernbund Brandenburg in Lennewitz (Prignitz) mit.

Wolfsriss: Fleisch bis auf Knochen abgefressen

Frank Michelchen, der Besitzer der Kälber sowie Wolfsbeauftragter des Bauernbundes ist, erklärte, dass das Fleisch an beiden Hinterkeulen bis auf die Knochen abgefressen gewesen sei. Bei mehr als fünf Kilo abgefressenen Fleisches, gehe man davon aus, dass ein Wolf das Tier gerissen habe, so Michelchen weiter.

Für Wölfe typisches Fraßbild

Im Nachbarort Märkische Heide sei ebenfalls ein Kalb mit typischem Fraßbild gefunden worden, meldet die dpa. Am frühen Donnerstagnachmittag sollte der Rissgutachter des Landes die Kadaver begutachten. Im Anschluss wurden die Tiere für eine veterinär-pathologische Untersuchung ins Landeslabor nach Frankfurt (Oder) gebracht, teilte das Landesamt für Umwelt mit.

Wolfsriss: Emotionales Riesenproblem für Landwirt

Biobauer Michelchen sagte, dass die finanziellen Verluste zwar überschaubar wären, wenn es eine Entschädigung gebe. Emotional seien die Risse aber ein Riesenproblem. "Das hält kein Mensch aus. Wenn Sie wissen, die Tiere sind jede Nacht bedroht und Sie können nichts tun", sagte der Landwirt. Michelchen hält laut dpa rund einhundert Milchkühe und Kälber auf seinen Weiden.

Forderung nach einer Abschusserlaubnis für Wölfe

Der Bauernbund erneuerte die Forderung nach einer Abschusserlaubnis für Wölfe. "Wir wollen, dass an der Weide geschossen werden darf, dort, wo es Risse gegeben hat", sagte Reinhard Jung, der Geschäftsführer des Bauernbundes gegenüber der dpa.

Nach Informationen des Ministeriums sind in diesem Jahr in Brandenburg 114 Risse durch Wölfe gemeldet worden, darunter neun Rinder.

Mit Material von dpa, Die Welt, Bauernbund Brandenburg

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