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Politik international

Zweistelliger Millionenbetrag für Agrarexportförderung

von , am
17.11.2009

Berlin - Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller, will die staatliche Agrarexportförderung weiter ausbauen.

Gerd Müller, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium © Werkbild

Gegenüber Journalisten auf der Agritechnica sprach der Staatssekretär Dr. Gerd Müller am vergangenen Mittwoch von einem zweistelligen Millionenbetrag, der für die Unterstützung des Agrarexports im Bundeshaushalt eingestellt werden solle. Damit knüpft er an frühere Planungen an. Laut dem Entwurf des Agrarhaushalts, der noch von der Großen Koalition stammt, soll ein neuer Titel für Maßnahmen zur Stärkung der Außenhandelsbeziehungen mit 3 Millionen Euro ausgestattet und die Finanzierung von Messeaktivitäten im In- und Ausland auf 7,5 Millionen Euro angehoben werden.

"Wir werden an die Erfolgsstory anknüpfen, doch ist die Finanzkrise an unseren Märkten nicht vorbeigegangen", erklärte der Exportbeauftragte des Ministeriums zur Branchenentwicklung. Von Januar bis August 2009 seien die Agrarausfuhren Deutschlands im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wertmäßig um 4,9 Prozent gesunken. Gegenüber dem Einbruch bei den gesamten Auslandslieferungen im Umfang von 22,6 Prozent sei der Rückgang im Agrar- und Ernährungsbereich aber deutlich weniger stark ausgefallen. Nach den USA und den Niederlanden sei Deutschland der weltweit drittgrößte Agrarexporteur. Im vergangenen Jahr hätten die Lieferungen einen Wert von schätzungsweise 53 Milliarden Euro und damit Rekordniveau erreicht. Rund 80 Prozent der Agrarexporte gingen in Staaten der Europäischen Union, das restliche Fünftel in Drittstaaten.

Ausfuhren nach Übersee steigern

Der CSU-Politiker kündigte an, bei der staatlichen Förderung insbesondere auf Drittländer zu achten. Dort sieht das Ministerium aufgrund von Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung stärkere Wachstumschancen als hierzulande. Zur vermehrten Förderung des Agrarexports war es bereits in diesem Jahr durch den Wegfall der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) gekommen, weil das Bundesverfassungsgericht die Absatzfondsabgabe für verfassungswidrig erklärt hatte. Für 2009 betrug der Mittelansatz für die Agrarexportförderung 3,6 Millionen Euro.

Förderung des Agrarexports

Über die CMA flossen in der Vergangenheit etwa 23 Millionen Euro in die Förderung des Agrarexports - ein Betrag, den das Ministerium mit seiner Förderung künftig bei weitem nicht erreichen wird. Im Rahmen der Auslandsförderung sollen aber auch - für eine Übergangszeit mit staatlicher Förderung - bis zu sieben ehemalige CMA-Auslandsstandorte erhalten bleiben und in das Netz der Auslandshandelskammern überführt werden. Aus den Reihen der Ernährungsindustrie hatte sich nach dem Aus für die CMA die German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA) gebildet, die momentan mit "Food - Made in Germany" (FMiG), ursprünglich einer Konkurrenzorganisation, über einen Zusammenschluss verhandelt. Das Agrarministerium hat deutlich gemacht, nur einen Ansprechpartner für die Förderung des Agrarexports zu wollen. (AgE)

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