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Situationsbericht 2015/16

Beschleunigter Strukturwandel

© Mühlhausen/landpixel
AgE/agrarheute
am
16.12.2015

Die Einkommen in der Landwirtschaft sind im Wirtschaftsjahr 2014/15 abgestürzt. Es geben wieder mehr Betriebe auf. Der Deutsche Bauernverband fordert jetzt eine Exportoffensive.

Laut aktuellem Situationsbericht 2015/16 des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sind die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr gegenüber dem vorangegangenen Jahr im Durchschnitt um 35 % auf 43.300 Euro gesunken. Die größten Einbußen mussten die Milchviehbetriebe mit einem Minus von 44 % hinnehmen: Sie kamen im Schnitt auf einen Gewinn von 38.800 Euro. Der Gewinn der Veredelungsbetriebe ging um ein Drittel auf 44.900 Euro zurück. Am stärksten betroffen waren hier die Ferkelerzeuger.Um gut ein Fünftel sanken die Ergebnisse der Ackerbaubetriebe, die aber noch auf einen durchschnittlichen Gewinn von rund 60.000 Euro je Unternehmen kamen. Positiv entwickelt haben sich lediglich die Einkommen der Weinbau- und der Ökobetriebe. Mit 73.800 Euro je Unternehmen führen die Ökobetriebe das Einkommensranking an.

Ursächlich sind Preisrückgänge wichtiger Agrarprodukte

Präsident Joachim Rukwied machte bei der Vorstellung des Situationsberichtes die Misere auf den Agrarmärkten mit massiven Preisrückgängen bei wichtigen Agrarprodukten für die Einkommensentwicklung verantwortlich. Pessimistisch beurteilte Rukwied dabei die Aussichten für die nächsten Monate. „Die Tendenz geht weiter nach unten“, so der DBV-Präsident. Die wirtschaftliche Lage bleibe angespannt, und für das erste Halbjahr 2016 sei auf den Märkten keine Trendumkehr zu erwarten.

Erzeuger- und Verbraucherpreise liegen weit auseinander

Rukwied sieht angesichts der schwierigen Einkommenssituation in der Landwirtschaft die gesamte Wertschöpfungskette in der Pflicht. Derzeit gingen die Folgen schwankender und niedriger Agrarpreise fast ausschließlich zu Lasten der Landwirte, kritisierte der DBV-Präsident. Handel und Ernährungsindustrie könnten zu Niedrigpreisen einkaufen. Gleichzeitig habe sich der Abstand zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen bei vielen Produkten deutlich vergrößert.

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