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Seuchenvorsorge

Afrikanische Schweinepest: Bejagungsschneisen im Mais anlegen

Schwarzwild-Wildschwein
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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
22.03.2018

Bejagungsschneisen gegen zu viel Schwarzwild: So können Landwirte die Gefahr eines Ausbruchs Afrikanischer Schweinepest verringern. Was Sie dazu wissen sollten.

Der Deutsche Bauernverband hat unlängst die Landwirte dazu aufgerufen, durch die Anlage von Bejagungsschneisen im Mais die intensivere Bejagung von Schwarzwild zu unterstützen. Dies ist notwendig, da Wildschweine als Träger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für die Tierhaltungen in Westniedersachsen eine große Gefahr darstellen.
Vor allem drohen massive Einbußen beim Export von Schweinefleisch, sobald ein ASP befallenes Wildschwein in Deutschland gefunden wird.

Bejagungsschneisen sinnvoll in allen hochwachsenden Kulturen

Bejagungsschneisen machen aber nicht nur im Mais Sinn, sondern in allen Kulturen (Getreide, Raps), die zeitweise die Sicht des Jägers behindern. Das teilte ein Sprecher der Landesjägerschaft in Hannover mit.

  • Die Landwirte können einen bestimmten Nutzungscode (Code 177, Mais mit Blühstreifen und/oder Bejagungsschneise) in den Förderanträgen bis zum 15. Mai diesen Jahres angeben. So ist die Anlage von Bejagungsschneisen im Mais unbürokratisch ohne Prämienverluste möglich.
  • Die Schneisen werden entweder bei der Maisaussaat frei gelassen oder später herausgefräst.

Bejagungsstreifen über Code 177 beantragen

Bejagungsschneisen-ASP-Maßnahme

    Möchte ein Betrieb diese Schneisen als ökologische Vorrangflächen anerkennen lassen, kann er dies über Zusatzcodes (NC 52/53) im Antrag kenntlich machen. Dann können die Schneisen entweder mit einer Blühmischung (z.B. Bienenweide) oder Untersaat mit Gras und neuerdings auch der Mischung aus Gras mit Leguminosen angesät werden.

    In anderen Kulturen (Raps, Getreide) gibt es bisher keine solche Codierung. Dort werden die üblichen Codes angewendet und auch akzeptiert, wenn Bejagungsstreifen im Feld integriert sind.

    Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde der Code 177 im vergangenen Jahr hierzulande auf rund 12.300 ha genutzt, das sind 4,62 % der insgesamt beantragten Fläche.

    Der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Jagdverband appellieren an die Jäger, über die gesamte Jagdsaison jede Gelegenheit zu nutzen, Schwarzwild zu bejagen. Dazu ist es wichtig, dass die Schneisen zur Bejagung richtig angelegt werden.

    An den Nutzwert der Bejagungsschneisen denken

    Grundsätzlich gibt es dazu in Niedersachsen keine Vorschriften. Im Merkblatt des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen finden sich einige Hinweise dazu:

    • Nicht zwischen Waldrand und hoher Felddeckung wie Mais oder Rapsfläche anlegen.
    • Je größer die Kulturfläche (z.B. Mais) in der Region ist, umso wichtiger ist ihre Untergliederung durch Jagdschneisen.
    • Die äußerste Schneise sollte in der Kultur etwa 30 m vom Feldrand entfernt sein.
    • Bekannte Hauptwechsel sollten über die Schneise verlaufen.
    • Die Hauptwindrichtung ist zu berücksichtigen (Ansitzmöglichkeit).
    • Die Breite der Schneisen sollte bei 6 bis 15 m liegen, ihre Länge bei 40 bis 120 m.
    • Die Schneisen sollten rundum geschlossen sein und dem Wild das Gefühl von Sicherheit vermitteln.
    • Die Schneisen sollten aus Transportgründen (mobiler Ansitz, Wildbergung) gut zu erreichen  sein.
    • Bejagungsschneisen bieten auch Insekten, Bodenbrütern und anderem Wild gute Lebensbedingungen.

     

    Unachtsamkeit verbreitet ASP

      In Niedersachsen ist die Schwarzwilddichte vor allem im östlichen Teil sehr hoch. Aber auch in den  westlichen Landesteilen, wo die Veredlungsdichte viel höher ist, sind die Wildschweine unterwegs. Unabhängig von ihrer Dichte, müssen sie überall im Land konsequent reduziert werden, so der Sprecher der Landesjägerschaft. Und dabei sind Bejagungsschneisen eine große Hilfe.

      Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vor allem der Mensch durch Unachtsamkeit (weggeworfene Wurst- und Fleischreste durch z.B. osteuropäische Fernfahrer) zur Übertragung von ASP beitragen kann.

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