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Marktstützung

Bei ASP-Ausbruch den Markt durch Private Lagerhaltung stützen

Wildschwein, Frischling
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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
23.01.2018

Den Markt durch Private Lagerhaltung zu stützen: Das befürwortet LWK-Experte Dr. Hortmann-Scholten beim Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Ein ASP-Ausbruch auf deutschem Boden hätte gravierende Marktverwerfungen für die Ferkel- und Schweinenotierungen zur Folge, warnt Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der LWK Niedersachsen. Der Marktexperte befürwortet das Instrument der Privaten Lagerhaltung (PLH).

Das hatten die deutschen Länder-Agrarminister vergangene Woche auf ihrem Sondertreffen in Berlin dafür plädiert, im Ausbruchsfall von Seiten der EU effektive Marktstützungsmaßnahmen zu ergreifen.

    Private Lagerhaltung zuletzt Anfang 2016

    Zuletzt wurde das Instrument der Privaten Lagerhaltung (PLH) Anfang 2016 angewandt, als die Schweinepreise in den Monaten davor desaströs gewesen waren.

    Auch 2010 kam es im Zuge der Dioxin-Krise und dem daraus folgenden Exportstopp nach Russland zur Anwendung. Damals war die Schlachtschweinenotierung innerhalb von drei Wochen um 36 Cent gefallen.

    „Bei der ASP ist mit deutlich größeren Verwerfungen zu rechnen,“ warnt Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der LWK. Grund ist u. a. der heute deutlich höhere Selbstversorgungsgrad von ca. 125 %.

    Handelsbeschränkungen bei ASP für mindestens sechs Monate

    Maßnahmen zur Marktstützung sind im Falle eines ASP-Ausbruchs aus folgenden Gründen sinnvoll:

    • Fleischexporte in Drittländer wären ab sofort bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr möglich.
    • Im Unterschied zur Bekämpfung der Klassischen Schweinepest dauern die Maßnahmen länger und betreffen wesentlich größere Gebiete.
    • Die Handels- und Vermarktungsrestriktionen würden im ASP-Fall für mindestens sechs Monate gelten.
    • Der dann absehbare Preisverfall würde ganz Deutschland und angrenzende EU Staaten betreffen.
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