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Berufswahl

Ausbildung in grünen Berufen: Mit Herz, Geschick und Köpfchen

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Cornelia Krieg, LAND & Forst
am
04.08.2016

Immer mehr Jugendliche machen eine Ausbildung zum Landwirt oder zur Fachkraft für Agrarservice. LAND & Forst-Redakteurin Cornelia Krieg analysiert die Situation.

Der vergangene Montag war für viele Jugendliche ein aufregender Tag. Sie haben ihre erste Zeit als Auszubildende erlebt. Wieder einmal zeigt sich: Die grünen Berufe sind bei jungen Leuten beliebt. Zu Recht, denn sie sind vielfältig und die Azubis lernen früh, selbstständig zu arbeiten. Das kommt an und spricht sich rum. Außerdem bietet die Ausbildung gute Perspektiven auf einen Job danach.

Immer mehr Azubis als Landwirt und Fachkraft für Agrarservice

Speziell im Beruf Landwirt und Fachkraft für Agrarservice steigt die Anzahl der Auszubildenden tendenziell seit Jahren an, die der Schulabgänger dagegen sinkt. 2.038 Jugendliche haben 2015 in Niedersachsen eine Ausbildung zum Landwirt oder zur Landwirtin begonnen, 205 zur Fachkraft Agrarservice. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen geht davon aus, dass sich die Zahlen in diesem Jahr mindestens auf diesem Niveau bewegen.

 

Besonders viele Abiturienten unter den Landwirt-Azubis

Ungebrochen ist auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Und nicht nur das – jedes Jahr werden rund 100 Betriebe neu als Ausbildungsbetrieb zugelassen. Landwirtschaft von der Pike auf zu lernen, gilt eben als solides Fundament, auch für eine spätere Fortbildung oder ein Studium.

Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Anteil der Abiturienten unter den Auszubildenden im Beruf Landwirt mit etwa 25 Prozent im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen sehr hoch ist.

Motivierte und zuverlässige Azubis erwünscht

Schulnoten stehen allerdings nicht an erster Stelle: Motiviert und zuverlässig zu sein, wünschen sich die Betriebe von ihren künftigen Azubis, und ein echtes Interesse an der Arbeit. Auch ordentliches Auftreten ist gefragt.

Die Chemie muss eben stimmen. Schließlich arbeiten Chef und Lehrling eng zusammen, oft wohnen die jungen Leute auf dem Hof, essen zusammen mit dem Ausbilder und seiner Familie. Der muss ebenfalls seinen Beitrag leisten, nicht nur mit einer geordneten Ausbildung, sondern auch mit Toleranz und Vertrauen. Junge Menschen bringen frische Ideen und andere Sichtweisen mit. Lassen Sie Ihren Azubi also einfach mal machen.

Niemand wird aus Versehen Landwirt

Und selbst wenn sich die Wege früh wieder trennen: Berufseinsteiger suchen sich lieber einen neuen Betrieb, als die Ausbildung ganz aufzugeben – auch das spricht für den Stellenwert der grünen Berufe. Niemand landet aus Versehen in dieser Branche.

Ob Betrieb und Azubi zusammenpassen, lässt sich aber kaum bei einer Tasse Kaffee klären. Nehmen Sie sich die Zeit, sich vorher besser kennenzulernen, nicht erst, nachdem die Tinte unter dem Vertrag getrocknet ist. Stimmen Herz, Geschick und Köpfchen? Ist der Ausbilder okay? Ein Praktikum oder ein paar Probearbeitstage – und die wichtigsten Fragen sind beantwortet. Auf vielen Ausbildungsbetrieben ist das heute schon gelebte Praxis. Richtig so!

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