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Betriebsführung

Auswege aus der Schuldenmisere

von , am
01.09.2015

Der Landwirt ist vermögend, er hat landwirtschaftliche Fläche, Gebäude, Tiere und Maschinen. Das Vermögen ist aber in großen Teilen nicht kurzfristig liquide. Was ist, wenn ein ernster Liquiditätsengpass droht?

Ein ernster Liquiditätsengpass kann zu erheblichen Problemen führen. © agrar-press

Das landwirtschaftliche Familienunternehmen ist eine Unternehmensform mit besonderen Eigenschaften. Die Landwirtschaft und die Familie stehen ganz dicht beieinander. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Das hat große Vor-, aber auch Nachteile. Die Pro-Seite wird von der Identifikation mit dem Unternehmen angeführt. Der Landwirt und seine Familie leben für ihren Betrieb. Sie machen mehr Arbeitsstunden als die meisten Angestellten und oft ohne sich ihr Einkommen pro Stunde jemals ausgerechnet zu haben.

Monat für Monat hohe Ausgaben

Die uneingeschränkte Identifikation mit dem Unternehmen kann man auch als Nachteil empfinden. Kritisieren die Medien die Landwirtschaft, so fühlt sich der Landwirt selbstverständlich ganz persönlich kritisiert. Wenn es dem Betrieb wirtschaftlich schlecht geht, ist es gleichermaßen. Es ist eine extreme Belastung für die landwirtschaftliche Familie. Aktuell kommen beide Punkte vielerorts gleichzeitig zum Tragen. Kamen in der Vergangenheit schlechte Zeiten, so bestand der große Vorteil des Familienunternehmens darin, den Gürtel privat eine Zeitlang enger schnallen zu können, um den Betrieb liquide zu halten. Die heutigen familiengeführten landwirtschaftlichen Unternehmen haben hohe Pachtflächenanteile, zunehmenden Fremdarbeitskräftebesatz und große Investitionsmaßnahmen zu schultern.

Liquiditätsmanagement immer wichtiger

Der Effekt des „Gürtel-enger-Schnallens“ hat seine Wirkung auf die Liquidität verloren. Die Betriebe haben Monat für Monat hohe feste Zahlungsverpflichtungen, u. a. an Mitarbeiter, Pächter und Banken. In Zusammenhang mit immer stärker schwankenden Marktpreisen ist das Liquiditätsmanagement eine wichtige Unternehmensführungsaufgabe geworden. Ist dies im Betrieb nicht mehr zu realisieren, treten die Banken an den Unternehmer heran. Die Banker treffen auf das landwirtschaftliche Familienunternehmen und damit auf Menschen, für die Landwirtschaft und Familie untrennbar sind. Für die Familienmitglieder ist damit sowohl das Privatleben als auch die berufliche Zukunft in Gefahr. In dieser Phase stehen die sozioökonomischen Berater der Landwirtschaftskammer der Familie in fachlicher und emotionaler Arbeit zur Seite. 
 

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