Login
Betriebsführung

Betriebsnah und unabhängig beraten

von , am
13.03.2013

113 Berater in 53 Ringen der Arbeitsgemeinschaft dienen den Mitgliedsbetrieben der Landberatung auch in bewegten Zeiten als kompetente Ansprechpartner. Wir waren auf der Mitgliederversammlung für Sie dabei.

Vorstand und Geschäftsführung der Landberatung (von links): Christoph Bebermeier, Ralph Behrens, Dietrich Kruse, Jutta Beringer, Michael Pankratius (Geschäftsführer), Gert Lüschow (Vorsitzender), Heinrich Tietje und Thomas Trenckmann. © Ahlers

Auch im Jahr 2012 war das Hauptanliegen der Landberatung, der Politik die Dringlichkeit und Wichtigkeit landwirtschaftlicher Unternehmensberatung deutlich zu machen und wichtige Fördergelder in die Beratung fließen zu lassen, statt in Projekte, die öffentlichkeitswirksam sind, aber effektiv wenig nützen.

Masterplan entwickeln

"Keine Organisation und keine meinungsbildende Person ist näher am Landwirt als ein Berater der Landberatung. Von daher ist es uns ein  Anliegen, dass CC-Beratung und Themen wie Umweltschutz etc. auch weiterhin gefördert werden", so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Landberatung, Gerd Lüschow, auf der Mitgliederversammlung seines Vereins kürzlich in Walsrode. Er kündigte einen Masterplan für die Landberatung an: "Wir sind nicht nur auf der Höhe der Zeit, wir schauen auch voraus".

2012 war besonders geprägt von Verhandlungen mit dem Ministerium bezüglich der ELER-Verordnung. Die Landberatung hat dem Ministerium vorgestellt, wie die künftige Förderung gestaltet sein sollte, damit auch kleinbäuerliche Familienbetriebe und klein aufgestellte Beratungsringe leichter unter die Förderung fallen. Die Landberatung versucht in Zusammenarbeit mit dem Grünen Zentrum eine Förderung des Ministeriums zur Anpassung eines Beratungsinstrumentes (GQS) zu erwirken, nachdem das alte System der KKL Beratung aufgelöst wurde.

Dazu Michael Pankratius, Geschäftsführer der Landberatung: "Bisher weigert sich das Ministerium im Gegensatz zu anderen deutschen Ländern, dieses Instrument als wichtig genug zu erachten, einen wertvollen Beitrag zur Beratung und insbesondere zur nachhaltigen Beratung anzuerkennen".

Im Bereich Nachwuchsförderung nahm die Landberatung am Agrarjobtreff der Uni Göttingen sowie der Unternehmensmesse Landwirtschaft "Treffpunkt Zukunft" der Hochschule Osnabrück teil.  Der Schulterschluss mit der Wissenschaft wurde bei der Beraterhochschultagung in Göttingen gesucht, den die Landberatung als Ausrichter mitgestaltet hat.

In 2012 begann die Landberatung mit der  Konzeptentwicklung von Bürosoftware, die sämtliche kundenbezogenen Prozesse in den Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns stellt. Die CRM soll im Jahr 2013 entwickelt und in einigen Büros eingeführt werden, um die Geschäftsabläufe zu professionalisieren und eine lückenlose Dokumentation der Beratung und sonstiger Dienstleistungen zu gewährleisten.

Auch im Bereich Nährstoffmanagement müssen sich die Landwirte auf Wandel gefasst machen. Die neue Regierung will die Einstufung der Gärreste als Wirtschaftsdünger prüfen und auch Brüssel drängt mit aller Macht auf eine strengere deutsche Düngeverordnung. Die Landberatung hat sich 2012 als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Nährstoffmanagement und Nährstoffströme intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine eigene Software entwickelt. Weitere Entwicklungen sind geplant. "Durch die konsequente Nutzung ist der Nährstoffmanager bereits innerhalb eines Jahres zu einem der meist genutzten Nährstoffanwendungen im Norden geworden", so Pankratius.

Verzerrte Börsenpreise

Über die Spekulation mit Nahrungsmitteln referierte Markus Henn. Anlegern wird von Banken und Fonds angeboten, auf Nahrungsmittelpreise zu spekulieren. Das Geld wird an den Warenterminbörsen kaufwirksam. Dort werden Verträge gehandelt, mit denen sich Bauern, Firmen und alle, die mit Rohstoffen handeln, ursprünglich gegen Preisschwankungen absichern wollten. In Entwicklungsländern machen die Preisschwankungen einen größeren Unterschied aus. Je größer der Anteil an den Haushaltsausgaben für Lebensmittel, desto krasser ist eine Lebensmittelpreissteigerung von 50 %. An solchen Börsen tätigen die jeweiligen Banken oder Fonds ihre Anlegergeschäfte, wodurch Märkte zweckentfremdet und zu etwas gemacht werden, was sie eigentlich nicht sind. Durch diese Nahrungsmittelspekulation werden die Preise an den Börsen verzerrt.
Henn: "Auch die Banken haben das als Beschäftigungsfeld entdeckt. Seit die Preise ab 2007 anstiegen, gab es eine zusätzliche Motivation,  wegen der erhöhten Preise mehr zu verdienen".
Auch interessant