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Interview

Biodiversität: Kein Schreckgespenst für Bauern

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Werner Raupert, LAND & Forst
am
24.11.2016

Beim Thema Naturschutz zucken viele Landwirte zusammen, aber jeder kann etwas Positives beisteuern. Nora Kretzschmar, Fachreferentin der LWK Niedersachsen, sagt wie.

Nora Kretschmar LWK Niedersachsen

Biodiversität und Naturschutz? Bei vielen Landwirten lösen diese Themen Befürchtungen aus. Dabei kann jeder schon mit kleinen Maßnahmen etwas Positives beisteuern. Wir haben die Fachreferentin der LWK Niedersachsen, Nora Kretzschmar, dazu befragt.

Welchen Stellenwert hat der Naturschutz in der Landwirtschaft?

Naturschutzthemen sind seit jeher in der fachlichen Arbeit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fest verankert. Für den Landwirt löst der Begriff Naturschutz in der Regel Befürchtungen aus: Einschränkungen in der Bewirtschaftung seiner Fläche hinnehmen zu müssen und in seiner Betriebsentwicklung nicht mehr frei entscheiden zu können. Die meisten Landwirte sind jedoch gerne bereit, etwas für die Natur zu tun. Und da gibt es viele Möglichkeiten. Diese Chancen aufzuzeigen, Lösungen für Nutzungskonflikte zu erarbeiten und zwischen den Interessen der Naturschützer und der Landwirte zu vermitteln, ist zunehmend auch eine Schwerpunktaufgabe der Landwirtschaftskammer.

Wie kann man den Begriff „Diversität“ für Landwirte greifbar machen?

Biodiversität steht grundsätzlich für die Vielfalt, die Vielfalt an Tier-, Pflanzenarten und an Lebensräumen. Das macht es für den Landwirt so schwer, aus dem Begriff allein abzuleiten, was letztendlich von ihm erwartet wird. Biodiversität wird für den Landwirt konkret, wenn er in der Natur arbeitet und z. B. bemerkt, wie es auf einem Blühstreifen summt und brummt, Feldlerchen Lerchenfenster annehmen oder auch in Bäumen und Hecken Vögel nisten. Viele regionale Aktionen z.B. der örtlichen Jägerschaft oder anderer Initiativen helfen, in der Fläche Biodiversität gemeinsam greifbar zu machen.

Welche Maßnahmen sollten bei einem Einstieg vorrangig umgesetzt werden?

Es ist schwierig, eine Maßnahme zum Einstieg zu empfehlen. Denn jeder Betrieb ist anders ausgerichtet. Zu vermeiden ist grundsätzlich eine Monotonie in der Landschaft. Jede Maßnahme zur Erhöhung der Strukturvielfalt in der Landschaft leistet ihren Beitrag. Die Erfahrung zeigt, dass sich grundsätzlich auf jedem Betrieb Möglichkeiten finden lassen, der Natur ein bisschen mehr Raum zu geben. Wer gern etwas tun möchte, sollte das Gespräch mit einem Biodiversitätsberater suchen.

Mehr zum Thema Biodiversität lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 47/2016 beim Thema der Woche auf den Seite 14 und 15. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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