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Regionale Produkte

Direktvermarktung: Immer offen für neue Ideen

Dirk Freese vom Hof Freese in Hundsmühlen vor seinem Direktvermarktungs-Automaten.
Antje Wilken
am
15.08.2017

Milchtankstelle, Regiomat oder den Gemüseacker zur Pacht: Junglandwirt Dirk Freese aus Hundsmühlen (Kreis Oldenburg) und Vater Egon haben mit vielen Ideen Erfolg.

Dirk Freese aus dem niedersächsischen Hundsmühlen im Landkreis Oldenburg und sein Vater Egon haben keine Angst vor Experimenten: Ob Milchtankstelle, Regiomat oder auch ein Gemüseacker zur Pacht für Hobbygärtner, mit solchen Ideen haben sie Erfolg.

Woher die Produkte stammen, die der Junglandwirt verkauft, weiß er genau: „Das Grillfleisch kommt von Schweinen, die auf Stroh gehalten werden. Der Joghurt und der naturtrübe Apfelsaft werden in Oldenburg produziert, und den Honig liefert ein Imker aus Höven.“

Direktvermarktung per Milchautomat seit 2015

Für die Kunden von Milchtankstelle und Regiomat liegen zudem Flyer aus, die mehr über den Inhalt der Automaten verraten. „Ich kenne alle Produzenten persönlich, und auf Anfrage könnten Kunden alle Betriebe besichtigen“, versichert Freese.

Nur: Seiner Erfahrung nach interessiert sich kaum jemand dafür. „Im November 2015 haben wir mit der Milchtankstelle begonnen“, erklärt Freese junior. Etwa ein Prozent der selbst produzierten Milch wird über die Milchtankstelle verkauft, rund 10.000 Liter im Jahr.

Gemeinsamer Milchviehbetrieb seit einem Jahr

„Ich dachte, die Kunden von Milchtankstelle und Regiomat würden oft mal um die Ecke gucken und vielleicht sogar in den Stall kommen“, erzählt Freese. „Schließlich kann man vom Häuschen mit den Automaten aus direkt auf unseren Hof schauen. Aber das kommt eher selten vor. Die meisten Leute wollen sich einfach die Lebensmittel ziehen, und dann düsen sie wieder ab – das geht nach dem Supermarktprinzip.“

Ihren Milchviehbetrieb betreiben Dirk und sein Vater Egon Freese seit einem Jahr gemeinsam. „Zuerst hatte ich ja keine große Lust auf Milchkühe“, gibt Dirk Freese zu. Also lernte er nach der Schule erst einmal Land- und Baumaschinenmechaniker. „Ich habe aber gemerkt, dass ich doch gern mit Tieren arbeite, also kam eine Ausbildung zum Landwirt hinterher.“

Auf der Agrarschule in Celle hatte ein Klassenkamerad auf seinem Hof gerade Milchtankstelle und Regiomat eingeführt. „Das fand ich interessant und dachte gleich, dass wir so etwas doch auch ausprobieren könnten.“

Arbeitsteilung beim Milchvieh

Vater Egon ist offen für die Ideen seines Sohnes. „Man soll ruhig Experimente machen und auch mal etwas riskieren“, sagt der 62-Jährige. „Mein Vater hat mich damals auch gewähren lassen, als ich auf dem Hof mit eingestiegen bin.“

Die Arbeit auf dem Betrieb mit rund 100 Kühen und 60 Bullen teilen sich die Männer; Egon Freeses Lebensgefährtin Erina und Dirk Freeses Freundin Anna sind beide im Gesundheitswesen tätig. „Mit dieser Aufgabenverteilung sind wir alle sehr zufrieden“, sagt Freese Junior. „Mein Vater und ich können uns mit den freien Wochenenden und dem Urlaub abwechseln.“

Wenn beide da sind, kümmert sich Egon Freese mehr ums Melken, die Kälber und die Büroarbeit, während Dirk für Fütterung und Ackerbau zuständig ist. Apropos Ackerbau: Da hat der 26-Jährige gerade noch eine neue Idee in die Tat umgesetzt. Seit dem Frühjahr bietet er eine Ackerfläche für Hobbygärtner an, die dort eigenes Gemüse anbauen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 33/17 ab Seite 64. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Milchtankstellen: Einstieg in die Direktvermarktung

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