Login
Molkereiwirtschaft

DMK: Zahlreiche Milchviehhalter kündigten Lieferverträge

Milch wird von DMK-Milchauto abgeholt
Thumbnail
Birgit Greuner, LAND & Forst
am
20.01.2017

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) haben zahlreiche Milchviehhalter ihre Lieferverträge gekündigt. Fazit: 25 Prozent weniger verarbeitete Milch bis Ende 2018.

Laut "Weserkurier" hat DMK-Sprecher Hermann Cordes bestätigt, dass zahlreiche Bauern ihre Lieferverträge mit der größten Molkerei Deutschlands vorsorglich gekündigt haben. Die Kündigungsfrist liegt bei zwei Jahren. Bis Ende 2018 könnte die Molkerei dadurch 1,7 Milliarden Kilogramm Milch verlieren, ein Viertel der jährlich verarbeiteten Menge von 6,7 Milliarden Kilogramm.

Hintergrund der Kündigungen ist offenbar die große Unzufriedenheit der Milchviehhalter mit dem Auszahlungspreis und der bisherigen Unternehmenstätigkeit.

DMK: Wir bemühen uns um jeden Milchbauern

Von wie vielen Höfen diese Milchmenge stammt, könne derzeit noch nicht gesagt werden. „Wir sprechen hier aber sowohl vom kleinen Hof mit zwölf Kühen als auch von größeren Betrieben“, sagt Cordes. Man bemühe sich um jeden Milchbauern. Das verloren gegangene Vertrauen will die Molkerei zurückgewinnen und mit den Betrieben über eine Rücknahme der Kündigung sprechen.

    AbL: Milchviehhalter in Erzeugergemeinschaften zusammenarbeiten

    Die AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) nennt die Entscheidung der Milchviehhalter „mutig“. Die Mehrheit der Kündiger habe noch keine neuen Verträge. Die Arbeitsgemeinschaft ruft dazu auf, die besondere Situation konstruktiv zu nutzen und ernsthaft über die Zusammenarbeit der Kündigungsbetriebe in Erzeugergemeinschaften nachzudenken. Zu erwägen sei ein Beitritt zur MEG Nord.

    Mit Material von Weserkurier, PM AbL(Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
    Auch interessant