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Betriebsführung

Die Einkommen bleiben erfreulich stabil

von , am
13.02.2013

Die Landwirtschaftskammern haben ihren Ausblick über die Entwicklung der Wirtschaftsergebnisse für das laufende Wirtschaftsjahr 2012/13 vorgelegt. Die guten Ergebnisse des Vorjahres setzen sich trotz weiterhin hoher Betriebsmittelkosten fort.

Bei den spezialisierten Ackerbaubetrieben gab es Dank guter Getreide-, Raps-, Kartoffel- und Zuckerrübenpreise höhere Gewinne. © Amazone

Die vorliegende Prognose basiert auf den Buchführungsergebnissen des Vorjahres 2011/12, auf den Ergebnissen des ersten Halbjahres und zudem auf Trendanalysen.

Die Erzeugerpreise im Ackerbau liegen in nahezu allen Bereichen über dem Vorjahr. Auch der Milchmarkt tendiert seit dem Herbst wieder leicht nach oben. Die Rinderpreise sind auf hohem Niveau stabil. In der Veredlung entwickelt sich der Markt im ersten Teil des Wirtschaftsjahres 2012/13 ebenfalls günstig.

Trotz weiterhin hoher Betriebsmittelkosten ist für die Mehrzahl der Betriebe bei den gegenwärtigen Trends ein gutes Ergebnis zu erwarten. Insbesondere im Ackerbau und in der Veredlung können Eigenkapital gebildet und Investitionen getätigt werden.

Nach einem Kälteeinbruch im Februar 2012 ergaben sich bundesweit rund 10 % Auswinterungsschäden. Das Frühjahr setzte außergewöhnlich zeitig ein und war viel zu trocken.

Reichliche Niederschläge im Juni und im Juli 2012 erschwerten teilweise die Mähdruschernte. Vor diesem Hintergrund erzielte der Ackerbau 2012 regional unterschiedliche Erträge.

Die Auswinterungsschäden wurden im Vegetationsverlauf überwiegend kompensiert. In den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein werden die Durchschnittserträge, nach mäßiger Ernte im Jahr 2011/12, im laufenden Wirtschaftsjahr mit einem Anstieg von bis zu 15 % wieder erreicht.
In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stiegen die Getreideerträge um meist etwa 5 % und lagen damit etwas oberhalb des Durchschnitts.

Bei Raps war die Ertragssituation regional sehr unterschiedlich. Bei den Kartoffeln gaben die Erntemengen bei regional unterschiedlichen Qualitäten überwiegend nach. Der Maisanbau profitierte von den reichlichen Niederschlägen im Sommer.
Nach der Rekordernte im Vorjahr sank der Ertrag der Zuckerrüben leicht ab (-2 bis -13 %). Es wurden überdurchschnittliche Zuckergehalte von mehr als 18 % erzielt.

Erfreuliche Entwicklung beim Getreidepreis

Trockenheit in Südeuropa und Dürre in den USA führten zu einer positiven Preisentwicklung in Deutschland. Zur Ernte wurden etwa 23,50 €/dt und damit 3 bis 4 €/dt mehr als im Vorjahr für Getreide gezahlt.

Über das Jahr und die Regionen betrachtet bleibt eine Zunahme des Getreidepreises von 10 bis 25 % festzuhalten. Beim Raps ergeben sich Preisverbesserungen zwischen 5 und 10 %. Die Kartoffelpreise steigen nach dem Preistief im Vorjahr um bis zu 60 % an. Bei Speisekartoffeln hat sich der Preis bei freier Ware von 8 €/dt vom Vorjahr auf 16 €/dt verdoppelt.

Günstige Weltmarktbedingungen für Zucker im Jahr 2012 und gut Vermarktungsmöglichkeiten für Industrierüben lassen eine Preisentwicklung zwischen 2 und 15 % und damit in Richtung 5 €/dt, inklusive Schnitzelvergütung, erwarten.
Der Milchpreis für das erste Halbjahr 2012/13 liegt unter dem Vorjahr. Diesem Trend stehen steigende Tendenzen sowie freundliche Weltmarktaussichten gegenüber.
Möglicherweise kann eine positive Entwicklung im zweiten Halbjahr den Rückgang aus dem Zeitraum Mai bis Oktober 2012 noch auffangen, so dass der durchschnittliche Vorjahrespreis von etwa 34 Ct/kg (netto) durchaus wieder erreicht wird.
Seit einigen Jahren tendiert der Rindfleischmarkt fest bis freundlich. Diese Entwicklung setzt sich im Wirtschaftsjahr 2012/13 unverändert fort. Höhere Preise bei Schlachtkühen und Bullen sind die Folge. Auch Zuchtvieh bleibt knapp und teuer.

Preissteigerungen bei Jungbullen und bei Färsen sind zu erwarten. Lediglich die Nutzkälberpreise stagnieren.

Die positive Entwicklung des Vorjahres setzt sich in der Schweinemast und Ferkelerzeugung im ersten Halbjahr 2012/13 - speziell im Ferkelsektor - fort.
Nach zwischenzeitlichen Preisschwankungen für Mastschweine ist die weitere Entwicklung unsicher. Daher wird für 2012/13 ein Anstieg um 10 % bei den Ferkel- und um 8 % bei den Mastschweinepreisen erwartet.

Kostentreiber bei den unverändert steigenden Betriebsmittelausgaben sind 2012/13 erneut die Futtermittel mit einer Zunahme von 10 bis 22 %. Saat- und Pflanzgut folgen mit Steigerungen um 10 bis 15 %, Schweinezukäufe mit 9 bis 11 %.
Strom- und Heizstoffe belasten die Ausgabenseite um weitere 6 bis 10 %. Treib- und Schmierstoffe legen auf hohem Preisniveau nur noch geringfügig zu. Die Düngemittelpreise bleiben in etwa gleich.

Entlastung durch die günstige Zinssituation

Die Lohnkosten steigen weiter an. Die Investitionstätigkeit in Form von Neu- und Ersatzinvestitionen hat infolge der guten Ergebnisse des Vorjahres wieder zugenommen.

Demgemäß ist mit höheren Aufwendungen für Abschreibung und Unterhaltung von Gebäuden und Maschinen zu rechnen. Die günstige Zinssituation bringt Entlastung. Insgesamt wird ein Anstieg der sonstigen Betriebsaufwendungen von 5 % erwartet.
Bei den spezialisierten Ackerbaubetrieben sind, nach leichtem Rückgang im Vorjahr, die guten Getreide-, Raps-, Kartoffel- und Zuckerrübenpreise für eine deutliche Gewinnzunahme um 16 bis 100 % verantwortlich.

Hackfruchtbetriebe mit umfangreichem Kartoffelanbau legen am meisten zu. Die steigenden betrieblichen Ausgaben werden durch zurzeit schneller steigende Erlöse überkompensiert.

Die absoluten Unternehmensergebnisse erreichen die betriebsnotwendige Gewinnschwelle von 60.000 bis 80.000 Euro. Nach Deckung der Lebenshaltungskosten können somit Rücklagen gebildet werden.
Die spezialisierten Futterbaubetriebe können angesichts der Preisdelle im ersten Halbjahr ihre Einkommenslage - trotz derzeit ansteigender Milchpreise - voraussichtlich nicht verbessern.

Dank höherer Produktivität, weiterer Leistungssteigerungen sowie stabiler Preise für Schlachtvieh und Kälber, wird das Gewinnniveau des Vorjahres in etwa gehalten. Die höheren Futter- und Düngemittelpreise sowie Lohn- und Energiekosten erschweren zu-sätzlich eine positivere Entwicklung.

Die Landwirtschaftskammern gehen von einer Stagnation des Einkommens mit eher negativer Tendenz aus. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt wird jedoch eine leichte Verbesserung von 5 bis 6 % geschätzt.
Positiv verläuft die Entwicklung der auf Rindfleischproduktion ausgerichteten sonstigen Futterbaubetriebe. Es wird ein Anstieg erwartet, da die Umsatzerlöse bei Rindvieh um 12 % ansteigen.

Auch die Einnahmen aus dem Pflanzenbau legen zu, so dass nach Abzug der höheren Betriebsausgaben ein Plus verbleibt. Damit schließen die Bullenmäster endlich zur Einkommenssituation der Milchviehhalter auf.
Die Schweinehalter können mit einer positiven Entwicklung rechnen. Angesichts 10 % höherer Ferkel- und um 8 % gestiegener Mastschweinepreise erscheint - trotz höherer Kosten bei Futter, Saatgut, Dünger, Viehzukäufen und Energie - eine Gewinnsteigerung möglich. Diese wird zwischen rund 10 bis 50 % liegen. Die guten Getreide- und Rapspreise tragen ebenfalls zur Verbesserung bei.

Gegenüber dem ähnlich guten Vorjahr lassen die aktuellen Vorzeichen ein Plus von etwa 10.000 bis 20.000 € erwarten. Mit Betriebsergebnissen, die etwa um die 70.000 € liegen werden, wird auch in dieser Gruppe ein bisher noch nicht erreichtes Niveau erreicht. Dieses Einkommen sollte ausreichen, die Privatentnahmen voll zu decken und Eigenkapital zu bilden. Der mehrjährige Durchschnitt, geprägt durch drei schlechte Jahre, wird in einer Spanne von gut 50 bis teilweise 150 % deutlich übertroffen. Insbesondere die Sauenhalter profitieren von der gesamten Entwicklung.

Mindestens zehn Prozent mehr Betriebsgewinn

Im Durchschnitt aller Betriebe und aller Regionen wird eine Verbesserung des Gewinns von mehr als 10 % geschätzt. Im Mittel dürften die Unternehmensergebnisse also zwischen knapp 60.000 und gut 70.000 € liegen.
So wird der fünfjährige Durchschnitt zwischen 15 und 30 % übertroffen. Die prognostizierte Nettorentabilität wird in diesem Jahr eine volle Entlohnung der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden sowie die Erzielung eines Unternehmergewinnes ermöglichen. Ganz überwiegend werden die Unternehmen wieder Rücklagen bilden können.
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