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LWK-Pressekonferenz

Ernte Niedersachsen 2017: Wetter brachte viel Unsicherheit

Mähdrescher-Raps-Rapsernte
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
20.10.2017

Das Wetter entwickelt sich immer mehr zum Unsicherheitsfaktor für Niedersachsens Acker- und Futterbau. Das zeigte die diesjährige LWK-Ernte-Pressekonferenz.

Insgesamt ist die diesjährige Ernte in Niedersachsen besser ausgefallen als erwartet. Große Probleme bereitete aber das schlechte und lange Zeit viel zu nasse Wetter.

Niedersachsens Kammerpräsident Gerhard Schwetje brachte es gestern bei der LWK-Pressekonferenz zur Ernte in Hannover auf den Punkt: „In diesem Jahr war es Schwerstarbeit für Landwirte und Lohnunternehmer, die Ernte vom Feld zu holen.“ Viel organisatorisches Geschick sei nötig gewesen, um die Zeitfenster, die der Wettergott für die Ernte vorsah, auch richtig zu nutzen.

Trockenheit, Frost, intensiver Dauerregen und Stürme bis hin zu Orkanen hätten die Landwirte kontinuierlich vom Tag der Aussaat bis zur Ernte in Atem gehalten. In der Bilanz differierten die Ernteergebnisse stark zwischen den Kulturen.

Unter dem Strich bleibt den Bauern in diesem Jahr ein Betrag, den Schwetje als „knapp kostendeckend“ bezeichnete. Die Stimmung unter den Getreidebauern sei deshalb nicht gut.

Auch bei den übrigen Ackerbauern in Niedersachsen drückten schwierige Ernten bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben und zum Teil unbefriedigende Preise aufs Gemüt.

 

Niedersachsens Ernteergebnisse differieren zwischen Kulturen sehr stark

Nachfolgend die Ergebnisse für die einzelnen Kulturen:

  • Mais: leicht rückläufige Anbaufläche; gute bis sehr gute Erträge und Qualitäten; sehr schwierige Ernte durch nasse Felder und umgeknickte Bestände.
  • Kartoffeln: leichter Flächenzuwachs; gute Erträge; für die Lagerung eventuell problematische Qualitäten; extrem schwierige Ernte durch aufgeweichte Böden; deutlich schlechtere Preise gegenüber dem Vorjahr.
  • Zuckerrüben: deutlicher Anbauzuwachs; unterdurchschnittliche Erträge; mittlerer Zuckergehalt; erschwerte Rodearbeiten durch nasse Böden.
  • Getreide: geringfügig reduzierte Anbaufläche; kleines Minus bei den Hektarerträgen; Qualitätseinbußen durch nasse Witterung; leicht gestiegene Preise gegenüber dem Vorjahr; aufwendige Ernte.
  • Winterraps: leichte Zunahme des Rapsanbaus; stark gesunkene Erträge; geringfügig gestiegene Rapspreise; schwierige Ernte.
  • Grünland: ausreichender Ertrag; unterdurchschnittliche Qualität; wenig Heu, das teuer werden wird.

Für den Öko-Landbau sind folgende Ergebnisse festzuhalten:

  • Getreide: durchschnittliche Erträge; befriedigende Qualität; die Preisentwicklung bleibt abzuwarten.
  • Kartoffeln: unterdurchschnittliche Erträge; teilweise unbefriedigende Qualitäten; Frühkartoffelimporte drücken die Preise.
  • Zuckerrüben: erstmals wieder Anbau nach acht Jahren; unbefriedigende Rübenerträge und Zuckergehalte.

Einen Überblick über Anbauflächen und Durchschnittserträge im Vergleich für die Ernte 2017 in Niedersachsen finden Sie in dieser Tabelle zum Herunterladen...

Mehr zu den aktuellen Ernteergebnissen lesen Sie in der LAND & Forst 43/17. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

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