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Wirtschaftsjahr Landwirtschaft

Finanzsituation lässt kaum Spielraum zum Handeln

LWK Niedersachsen/agrarheute
am
03.12.2015

Der „Blick zurück“ in das vergangene Wirtschaftsjahr 2014/2015 fällt in diesem Herbst besonders deprimierend aus. Welche Zahlen vorliegen und was daraus résumiert werden kann, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 49.

Die gerade abgeschlossenen Auswertungen des Testbetriebsnetzes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu den Unternehmensergebnissen 2014/15 liegen vor. Die Zahlen machen zweierlei deutlich: Zum einen sind die niedersächsischen Betriebe noch nicht so weit, dass sie unerwartete politische Entscheidungen und plötzliche Markteinbrüche „wegstecken“ können. Zum andern fehlt ihnen derzeit die Basis, um sich mit unternehmerischen Entscheidungen zukunftsfähig aufzustellen.


Der „Blick zurück“ in das vergangene Wirtschaftsjahr 2014/2015 fällt in diesem Herbst besonders deprimierend aus. Die Auswertungen des Testbetriebsnetzes der LWK Niedersachsen zeigen, dass das erwirtschaftete Unternehmensergebnis von 43.700 Euro je Betrieb keine Basis für unternehmerisches Handeln eines Haupterwerbsbetriebes bietet. Gerade das wäre aber jetzt erforderlich, um sich für die Zukunft zu rüsten. Im Vergleich zum überdurchschnittlichen Vorjahr ist das ein Rückgang um 45 %; der fünfjährige Durchschnitt  liegt sogar um 20.000 Euro über dem diesjährigen Ergebnis.

Eigenkapitalverlust von mehr als 10.000 Euro

Im Gesamtvergleich ist ein Eigenkapitalverlust von mehr als 10.000 Euro je Betrieb zu beklagen. Die derzeitigen Verhältnisse sind für viele Betriebe somit existenzgefährdend. Der steigende Fremdkapitalanteil, aber auch zusätzliche Mitarbeiter und der erhöhte Pachtflächenanteil mit deutlich höheren Pachtpreisen verlangen von den mittlerweile hoch spezialisierten Unternehmen ein individuelles Risikomanagement. Eine mittelfristig gesicherte Liquidität ist für die Betriebe überlebenswichtig, insbesondere für wachsende Unternehmen.

Gute Ernte, miese Preise

Für die Marktfruchtbetriebe steht das vergangene Wirtschaftsjahr unter das Motto „Erträge gut, Erlöse ernüchternd“. Die Freude über sehr gute Erträge - ob bei Getreide, Zuckerrüben oder Kartoffeln - wurde durch stark gefallene Preise getrübt. Im Vergleich zum letzten Jahr bekamen niedersächsische Landwirte für ihren noch während der Ernte verkauften Weizen im Durchschnitt zehn Prozent weniger, nämlich 168 Euro/t. Die Kartoffelanbauer erzielten zur Haupternte für mängelfreie Speisekartoffeln im Durchschnitt nur 6,20 €/100 kg, vor einem Jahr waren es noch 21,25 €. Das ist ein Minus von 70 %.

Bei Zuckerrüben  kamen die Landwirte für die Ernte 2013 noch auf 51 €/t, doch 2014/15 lag der durchschnittliche Auszahlungspreis nur bei gut 35 Euro je Tonne.
Die daraus resultierenden Umsatzrückgänge konnten auch nicht die günstigeren Preise für Dünger, Diesel und Pflanzenschutz kompensieren. Mit einem Rückgang um 25 % zum Vorjahr  auf nunmehr 71.600 Euro je Betrieb sind die Ackerbauern als einzige Betriebsgruppe mit einem „blauen Auge“ davon gekommen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 49/2015 ab Seite 11. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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