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Weidetierhaltung

Futterbaubetriebe aufgepasst: Neue Regelung für Ackerfutter eingeführt

Zwischenfrucht-Oelrettich-Vorrangflaeche
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
17.07.2018

Auch in Niedersachsen wird das Futter wegen Trockenheit knapp. Auf Vorrangflächen für Zwischenfruchtanbau kann jetzt Ackerfutter angebaut und genutzt werden.

Hitze und Trockenheit lassen das Futter für Nutztiere knapp werden. Diese außergewöhnliche Situation führte dazu, dass das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium bereits in dieser Woche die Nutzung von Brachen als ökologische Vorrangflächen frei gegeben hat.

Zudem werden weitere Optionen geprüft: Seitens der Landwirte bestand darüber hinaus der Wunsch, Zwischenfrüchte von ökologischen Vorrangflächen (öVF) zu Futterzwecken nutzen zu dürfen. Das bedeutet,

  • jetzt eine entsprechende Zwischenfruchtmischung auszusäen und
  • den Aufwuchs dann bis Ende September für Futterzwecke zu nutzen.

Diese Idee wurde in die Diskussion auf Bund-Länder-Ebene und schließlich auch auf EU-Ebene eingebracht.

Ackerfutter von Vorrangflächen

Nach intensiver Erörterung wurde seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) erklärt:

  • Die Direktzahlungs- und Durchführungsverordnung lässt eine Nutzung über die Beweidung mit Schafen und Ziegen hinaus nicht zu.
  • Ökologische Vorrangflächen sind eine Greening-Verpflichtung.

Was allerdings möglich ist:

  • Auf den Vorrangflächen für den Zwischenfruchtanbau kann jetzt Ackerfutter angebaut und genutzt werden.
  • Vor dem 1. Oktober muss dann aber die öVF-Zwischenfruchtmischung ausgesät werden.
  • Auch die durch die frühe Ernte bereits freigewordenen Flächen ohne öVF-Status können natürlich genutzt werden.

Gerade kleine und mittlere Futterbaubetriebe, die selbst wenig Spielraum haben, sollten betriebsübergreifende Möglichkeiten prüfen. Unbedingte Voraussetzung für das Gelingen der Maßnahmen ist allerdings Regen.

Mit Material von ML Niedersachsen
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