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Geflügelgrippe

Geflügelwirtschaft: Maßnahmen gegen Vogelgrippe unzureichend

Mastputen im Stall
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
25.11.2016

Bundesländer mit hoher Geflügeldichte müssten eine landesweite Stallpflicht erlassen, sagt Friedrich-Otto Ripke vom Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft.

Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft hat die Maßnahmen der grünen Agrarminister von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegen die Vogelgrippe als unzureichend kritisiert: "Es ist einfach unbegreiflich, dass gerade die Bundesländer mit der höchsten Geflügeldichte in Deutschland keine landesweite Stallpflicht erlassen. Das ist fachlich wie politisch nicht nachvollziehbar", sagte Verbandschef Friedrich-Otto Ripke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von heute (Freitag). Die Quarantäne-Maßnahme sei dringend erforderlich, um eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe zu unterbinden.

In Niedersachsen haben bislang Landkreise entschieden, ob sie eine sogenannte Aufstallung von Geflügel anordnen. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung eine Stallpflicht für sogenannte Risikogebiete erlassen, durch die Zugvögel ziehen. "Wer die Geflügelpest so punktuell betrachtet, der verkennt die Dimension, um die es hier geht", sagte Ripke der Zeitung. Bei einem großflächigen Ausbruch der Vogelgrippe seien allein in Niedersachsen 100 Millionen Stück Geflügel und ein milliardenschwerer Wirtschaftszweig bedroht.

Cloppenburg: Maßnahmen gegen Vogelgrippe-Erreger laufen

Nach dem Nachweis des hochansteckenden Vogelgrippe-Erregers H5N8 in einem Mastbetrieb im niedersächsischen Barßel sind sämtliche 16.000 Puten getötet worden. Der Betrieb wurde geräumt. Das teilte die Sprecherin des Landkreises Cloppenburg, Sabine Uchtmann, am Donnerstag mit.

Zudem wurde die Keulung von 92.000 Hühnern von zwei benachbarten Geflügelbetrieben angeordnet. Die Vorbereitung zur Tötung der Tiere habe begonnen, sagte Landkreissprecher Frank Beumker.

Besonderes Auflagen im Landkreis Cloppenburg

Im Landkreis Cloppenburg gelten nun besondere Auflagen. In einem Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb wurde ein Sperrbezirk eingerichtet. Das rundherum liegende Gebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern gilt als Beobachtungsgebiet.

"Im Sperrbezirk befinden sich 75 Geflügel haltende Betriebe mit insgesamt rund 270.000 Tieren. Im Beobachtungsgebiet sind 134 Betriebe mit rund 885.000 Tieren betroffen", sagte Uchtmann. In den Unternehmen gebe es nun klinische Untersuchungen und Probenentnahmen.

In beiden Gebieten gelten besondere Auflagen für Tierhalter. Sie dürfen Vögel und Säugetiere nicht aus ihren Betrieben wegbringen oder neue Tiere hinzunehmen. Auch Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie tierische Nebenprodukte wie Mist und Gülle müssen im jeweiligen Unternehmen bleiben.

Ursache des Vogelgrippe-Ausbruchs in Barßel unklar

Die Ursache für den Ausbruch in der Gemeinde Barßel ist weiter unklar. "Es gibt keine Hinweise darauf, wie das Virus in den Stall gekommen ist", sagte Beumker. Zum wirtschaftlichen Schaden konnte er keine Angaben machen.

Das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 war am Mittwoch in dem Mastbetrieb in Barßel nachgewiesen worden. Die Infektion ist der erste bestätigte Verdacht auf Geflügelpest in einem niedersächsischen Nutzgeflügelbestand seit der aktuellen Verbreitung der Vogelgrippe.

In der vergangenen Woche waren Vogelgrippe-Erreger H5n8 auch in Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden. Seit Anfang November häufen sich in Deutschland bestätigte H5N8-Fälle. Infizierte Wildvögel wurden in zwölf Bundesländern entdeckt.

Bund setzt auf risikoorientierte Vogelgrippe-Maßnahmen

Bund und Länder hätten sich aber auf ein risikoorientiertes Vorgehen verständigt, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstag im Bundestag. "Wo es notwendig ist, da handeln wir präventiv und zugleich entschieden." Mögliche weitere Schritte würden "zur rechten Zeit und sofort erfolgen". Der Minister bekräftigte: "Wir nehmen den Ausbruch der Geflügelpest in Deutschland sehr ernst." Wichtig fürs Verhindern einer Verschleppung seien Schutzvorkehrungen gerade bei kleinen Geflügelhaltungen.

Seit Montag müssen auch Betriebe unter 1.000 Tieren zum Beispiel dafür sorgen, dass keine Unbefugten in die Ställe gelangen und Tierhalter Schutzkleidung tragen. Das Bundesministerium hatte außerdem Vorbereitungen für eine mögliche bundesweite Stallpflicht treffen lassen. Eine Einführung ist bisher aber nicht beschlossen worden.

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