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Reportage

Gemüsevermarktung: Mit Herzblut beim Knochenjob

Gemueseanbau-Gemuese-Großmarkt-Direktvermarktung
am Dienstag, 14.08.2018 - 07:43

Hitze und Trockenheit setzen auch Gemüsebetriebe unter Druck. Verbraucher wollen immer Top-Qualitäten. Das merkt auch Gemüsevermarkter Olli Vaes aus Holtensen.

13 Uhr, Marktende und die Sonne brennt unaufhörlich vom Himmel. Die Schweißperlen stehen dem Gemüsevermarkter Olli Vaes aus Holtensen bei Hannover auf der Stirn. Seit 2 Uhr morgens ist der Betriebsleiter mit seinem Vater Friedel jetzt schon auf den Beinen, hat Gemüse und Obst auf dem Großmarkt Hannover eingekauft.

Ab 5.30 Uhr haben sie den Marktstand aufgebaut und ab 7 Uhr den Kunden frisches Obst und Gemüse aus der Region verkauft. Bei Außentemperaturen von weit über 32 °C ist das kein Zuckerschlecken und der Feierabend liegt auch noch in weiter Ferne.

 

Gemüsevermarktung im reinen Familienbetrieb

Wochenmarkt

„Wir mussten schon immer viel arbeiten für unser Geld. Mechanisieren ließ sich nicht viel, stattdessen fiel bei der eigenen Gemüseproduktion viel Handarbeit an“, erinnerte sich Friedel Vaes. Da neben der Produktion auch die Vermarktung der Produkte selbst organisiert wurde, war jede Arbeitskraft willkommen.

Irgendwann wuchs der Familie aber die viele Arbeit über den Kopf. „Wir mussten uns entscheiden: Eine Option war es, zu wachsen und Land zu pachten, die andere sich von der Produktion zu trennen, Ware einzukaufen und auf den Wochenmärkten zu verkaufen", beschreibt Friedel Vaes die damalige Ausgangslage.

Vier Tage die Woche

Auch nach der Neuausrichtung haben die beiden Gemüsevermarkter keine Zeit, die Hände in den Schoß zu legen. Vier Tage stehen die Männer jede Woche von 7 bis 13 Uhr mit ihrem etwa 20 m langen Verkaufsstand auf Wochenmärkten in Langenhagen (Dienstag und Samstag), Gehrden (Donnerstag) und Springe (Freitag).

120 bis 130 Produkte werden zuvor je nach Bedarf und Markterfordernissen ab 2 Uhr frisch auf dem Großmarkt Hannover bei Gemüse- und Obstbauern aus der Region eingekauft.

Regional und frisch erzeugt ist angesagt

Gemueseanbau-Vaes

Erfreulich sei, dass ein Umdenken stattfindet. Die Verbraucher wünschen sich mehr regionale und frisch erzeugte Lebensmittel. Und der Lebensmitteleinzelhandel investiert in die Märkte, was die Produkte verteuert. „Das spielt uns Anbieter auf den Wochenmärkten alles in die Karten“ hofft Olli Vaes.

Und auch die persönliche Ansprache auf den Märkten nimmt zu, ergänzte der Seniorchef. Viele Kunden wollen mit dem Chef sprechen und wissen, woher die Ware stammt, wie sie produziert und zubereitet wird.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 33/18.