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Grünlandreifeprüfung: Oft ist der erste Schnitt schon gemäht

Gras wird geschnitten
Gerd Lange und Felicitas Kaemena, LWK Niedersachsen
am
17.05.2018

Vergangene Woche (19. Kalenderwoche) wurden erneut die Grünlandstandorte in Niedersachsen beprobt. Hier haben wir für Sie Ergebnisse zusammengestellt.

Um die allgemeine Erntereife und Siliereignung für weidelgrasreiches Dauergrünland einzuschätzen, wurden vergangene Woche (19. Kalenderwoche) erneut die Grünlandstandorte in Niedersachsen beprobt.

Die Ergebnisse der Futterwertanalysen durch die LUFA Nord-West und die Prognose der Ertrags- und Qualitätsentwicklung bis Donnerstag, 17. Mai, sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Stand Grünland Rohfasergehalte

Die Aufwuchshöhen der Grünlandbestände lagen in den Tagen vor Himmelfahrt zwischen 30 und 40 cm bei einem Ertragsniveau von etwa 0,9 dt Trockenmasse bis 1,3 dt TM je cm Aufwuchshöhe. Das zeigt:

  • Die beprobten Grünlandbestände weisen dichte bis sehr dichte Narben auf.
  • Mit knapp 40 cm Aufwuchshöhe setzten in den Regionen Hannover- Braunschweig und westliches Niedersachsen vielerorts die Erntearbeiten ein. Bereits in der  vorangegangenen 18. Kalenderwoche war dies mancherorts zu beobachten.
  • Bei 30 cm Aufwuchshöhe waren die Bestände in den Regionen nördliches und nordöstliches Niedersachsen sowie an der Küste am 8./9. Mai aber kaum erntereif.
  • Dennoch wurden auch in diesen Regionen vielerorts bereits die Mähwerke eingesetzt, um die trockene Witterung bei guter Befahrbarkeit der Flächen zu nutzen und das Risiko einer nachfolgenden Niederschlagsfront auszuschließen.
  • Die Rohfasergehalte erreichten mit 21,5 % (Vorwoche: 20,9 XF % i.T.) nun auch im nordöstlichen Niedersachsen die erforderlichen Werte für die Milchviehfütterung.
  • Die Rohfaserwerte in den Regionen Küste und nördliches Niedersachsen haben sich dagegen kaum verändert und stagnierten bei 21,7 % auf dem Niveau der Vorwoche.
  • Das dort eingefahrene Grundfutter ist in der Regel noch sehr jung und sollte ggf. mit einem strukturreichen Ausgleichsfutter in der Ration gefüttert werden.

Stand Grünland Rohprotein- und Energiegehalte

    In den weiteren Regionen (Hannover-Braunschweig, Weser-Leine-Bergland, westliches Niedersachsen) waren die Grünlandbestände dagegen weiter entwickelt und konnten bei Rohfaserwerten ab 23 % (XF % i.T.) einsiliert werden.

    Ein ähnliches Bild der Erntereife ergibt sich durch die Rohproteinwerte. Die Rohproteingehalte unserer Aufwuchsproben wurden in den erntereifen Beständen allgemein sehr günstig (17,9 bis 20 %) beurteilt, an einigen Standorten im nördlichen Niedersachsen und der Küste jedoch mit 21 bis 22 % (XP % i.T.) etwas erhöht. Die sonnige Witterung und günstige Anwelkbedingungen erlaubten jedoch insgesamt eine gute Vergärbarkeit bei ausreichenden Zuckergehalten im Erntegut.

    Die Energiegehalte der Aufwüchse betrugen am 9. Mai (Frischgras) 6,5 MJ NEL/kg TM) in Hannover/Braunschweig und bis 6,8 MJ NEL/kg TM  im nördlichen Niedersachsen und der Küstenregion. Allgemein ist in diesem Jahr aufgrund der günstigen Wetterlage von sehr günstigen Voraussetzungen für eine hochwertige Grundfutterversorgung der Milchviehbestände vom ersten Schnitt auszugehen.

    Frühe Heuernte bereits in KW 21/22

    In bislang nicht geernteten Grünlandbeständen sind bisher vergleichsweise hohe Rohproteingehalte festzustellen. Diese erlauben auch noch einschließlich der 20. Kalenderwoche in allen Regionen die Nutzung der Aufwüchse des ersten Schnittes als Grundlage für die Fütterung von Kühen mit hohen Leistungen.

    Am 17. Mai kann in weidelgrasreichen Grünlandbeständen dann noch ein Grundfutter mit Energiegehalten zwischen 6,1 bis 6,4 MJ NEL je kg Trockenmasse bei 24 bis 26 % (XF % i.T.) und 15 bis 18 % (XP%i.T.)  geerntet werden. In der 21./22. Kalenderwoche kann bereits mit einer frühen Heuernte begonnen werden, sofern die Witterung dies erlaubt.

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