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Gülleausbringung

Gülleverschlauchung: So kommt der Dünger schonend aufs Land

Guelleverschlauchung-Thuemler-Wesermarsch
Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst ,
am
05.03.2018

Gülle besonders bodenschonend ausbringen: Das geht per Gülleverschlauchung. Landwirt Karsten Thümler aus Birkenheide im Landkreis Wesermarsch nutzt die Technik.

Die Nerven vieler Grünlandwirte lagen diesen Winter blank. Düngeverordnung und Dauernässe ließen keine Gülleausbringung zu. Karsten Thümler aus Birkenheide im Landkreis Wesermarsch hat es nicht ganz so hart getroffen.

Das liegt an seiner Gülleverschlauchung. Der Grünlandwirt, Milcherzeuger und Dienstleister hat sich diese Technik im vergangenen Herbst zugelegt. Er wirtschaftet zu 100 Prozent auf Moorböden.

„Ich brauche meine Kunden nicht lange von den Vorteilen dieser Technik zu überzeugen“, erzählt der Unternehmer. Gülle bodennah und mit geringerem Bodendruck exakt ausbringen zu können, überzeugt schnell. Thümler konnte bereits in den ersten Wochen im Umkreis von 40 km Gülle „verschlauchen“.

Die Gülle wird vom Betrieb durch den 5-Zoll-Transportschlauch zum Land gepumpt. Dort gelangt sie in einen 4-Zoll-Arbeitsschlauch und in den Exaktverteiler mit Schleppschuhen direkt unter die Grasnarbe. „Wir sind auf allen Bodentypen gefahren“, so der Lohnunternehmer.

Für Verschlauchung reichen 200 PS

„Wenn der Landwirt mit seinem Schlepper ohne Anbaugerät auf der Fläche fahren kann, dann kann ich auch mit der Verschlauchung dort Gülle ausbringen“, beschreibt Thümler die Mindestvoraussetzungen für den Einsatz der Technik. Denn auf zwei Achsen mit höheren Reifen (mehr Aufstandsfläche) sind am 300 PS-Schlepper (für die Verschlauchung reichen aber 200 PS) 11t Gesamtgewicht zu bewegen.

Die Verschlauchungstechnik besteht aus

  • einer Fronthaspel mit Schlauch und
  • einem Exaktverteiler.

Normalerweise werden 26 t Gewicht (Güllefass, Schlepper) verteilt auf vier Achsen bei der Gülleausbringung bewegt, vergleicht der Landwirt. Der verminderte Bodendruck ist eines der Hauptargumente, warum seine Kunden auf die Verschlauchung ausweichen.

Gülleverschlauchung erfordert mehr Planung

Abgesehen vom Wetter verengt die Düngeverordnung das Zeitfenster für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Thümler: „Wir müssen jede Möglichkeit nutzen, die Gülle gut aufzuteilen und zu verteilen“. Denn auch die Stickstoff-Wirkung (Effizienz) der Gülle muss erhöht werden.

Eine Schlechtwetterperiode kann das ganze Düngekonzept über den Haufen werfen. Die Gülleverschlauchung schafft Luft, erfordert aber mehr Planung.

Thümler: „Wir müssen die Flächen schon am Vortag genau kennen, damit wir unseren Plan an die Arbeitsabläufe am Folgetag exakt anpassen können“. Das heißt: Auch Zäune und Bäume muss der Schlauchverleger kennen. Eine Software mit der genauen Lage der Flächen hilft Thümlers Team.

Per Transportschlauch vom Fass auf die Flächen

Kurz vor Verschlauchungsbeginn wird der vermessene Transportschlauch vom Güllefass auf dem Betrieb zu den Flächen gelegt. Insgesamt kann Thümler 2,7 km Strecke mit seinen Gülleschläuchen überbrücken. Die Schlauchstücke, die zusammen gekuppelt werden, sind je 100 m lang.

Bei Maximallänge sind zwei Pumpen (je 15 bar Druck) erforderlich. Hinter Schlepper bzw. Verteiler „läuft“ ein 300 m langer Arbeitsschlauch. „Wir fangen auf der am weitest entfernten Fläche an“, so Thümler. Zum Schluss wird der Schlauch mit Druckluft leergeblasen und abgekuppelt.

Gülle vorbereiten

Weitentfernte Flächen werden mittels LKW und Feldrandcontainer beschickt. Für die Überwindung von Hindernissen (z.B. Straßen) sorgt eine Schlauchbrücke. Pro Stunde können mit der Gülleverschlauchung 130 m3 Gülle verteilt werden.

Neben einem Schleppschuhverteiler mit 12 m Arbeitsbreite setzt Thümler auf ganz nassen Flächen auch einen Düsenbalken mit 21 m ein. Dieser strahlt die Gülle wie ein Prallteller nach unten ab.

Das kann der Betrieb tun:

  • Sowohl für die Dauer des Anrüstens als auch für die Arbeitsqualität ist die Vorbereitung der Gülle wichtig.
  • Aufrühren alleine genügt nicht. Es ist wichtig, dass der Betrieb etwa 5% Wasser zur Rindergülle dazu mischt, damit sie gut gepumpt werden kann.
  • Am Fass kann  noch Wasser dazu dosiert werden. So lässt sich die Gülle besser verteilen und gelangt schneller an die Wurzel.

Pro Kubikmeter rechnet Thümler 2,50 € netto ab. Der Dienstleister ist davon überzeugt, dass dies gut investiertes Geld ist und so manchem Berufskollegen in diesem Winter aus einer schwierigen Situation herausgeholfen hat.

Weitere Infos unter www.agrarservice-thuemler.de.

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