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Ankumer Forum

Herdenschutzhunde auch für Freilandhennen

Herdenschutzhund mit Schafen
Regina Bartel
am
26.06.2019

Herdenschutzhunde können auch Freiland-Legehennen vor Räubern schützen. Ein Schäfer berichtet.

Viele Freiland-Legehennenhalter kennen das Problem: Am Ende des Durchgangs gehen deutlich weniger Tiere zum Schlachthof als erwartet. Fuchs, Marder, Dachs und Waschbär bedienen sich, Habichte schlagen zu und auch menschliche Diebe lassen Hennen verschwinden. Die Räuber nehmen die Tiere einfach mit.

Beim Ankumer Biolegehennenforum (Kreis Osnabrück) berichtete jetzt ein Schäfer über seine Erfahrungen mit Herdenschutzhunden bei Geflügel.

Thomas Seemann ist Schäfer aus Semlow in Mecklenburg-Vorpommern und züchtet Pyrenäenberghunde. Diese Herdenschutzhunde trainieren Seemann und seine Frau seit vier Jahren nicht mehr an Schafen, sondern an Hühnern.

Fertig ausgebildete Hunde für Legehennenbetriebe

Der Schutzinstinkt der Pyrenäenberghunde lässt sich auch auf Legehennen prägen. Was die Hunde außerdem lernen müssen, ist der Umgang mit Menschen und Zäune zu akzeptieren.

Seemann verkauft keine Welpen, sondern ausschließlich fertig ausgebildete Hunde an Legehennenbetriebe, die Tiere brauchen dann vor Ort nur eine Eingewöhnungszeit und können direkt mit ihrer Arbeit beginnen.

Herdenschutzhunde müssen Außenzaun respektieren

„Wir bringen den Herdenschutzhunden bei, Zäune nicht zu überwinden und vor allem den Außenzaun zu respektieren“ erläuterte er, „es ist dann eher schwierig, ihnen zusätzlich anzutrainieren, durch Hundeklappen zu laufen“. Hundeklappen sind eine Möglichkeit, um mehrere Ausläufe für Hennen von einem oder wenigen Hunden überwachen zu lassen.

Dringt ein Beutegreifer ein, kann der Hund durch die Klappen laufen und so zum Ort des Geschehens gelangen. Die Frage, wie Kontrollstellen damit umgehen, wenn es zwischen einzelnen Weideflächen Klappen als Verbindungstüren gibt, steht zur Zeit noch im Raum.

Hundeklappen: Stabil und für Hühner unüberwindbar

Hundeklappen müssen stabil und für Hühner unüberwindbar sein. Außenzäune sollten 1,80 m bis 2,00 m hoch sein und wichtig ist laut Seemann: „Im Stall hat der Hund nichts zu suchen“.

Er rät zu Zwinger und Schutzhütte für nachts. So gibt es auch einen Ort, wo man den Hund füttern kann, ohne dass sich die Hühner über das Hundefutter hermachen können.

Legehennenherden gewöhnen sich schnell an Hund

Außerdem dient ein Zwinger dazu, die Hunde zu separieren, wenn zum Beispiel Tierärzte, Handwerker oder Kontrolleure im Bestand unterwegs sind. Seemanns Erfahrung nach brauchen Legehennenherden nur wenige Tage, um sich an den Hund zu gewöhnen.

Hofhunde: Treue Bewacher von Herde und Haus

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