Login
Brancheninitiative

Initiative Tierwohl: Neue Runde ab Januar 2018

Management Schweinehaltung optimieren
Thumbnail
Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
25.07.2017

Ab Januar 2018 startet die neue Programmphase der Initiative Tierwohl (ITW). Interessierte Tierhalter können sich bis zum 26. September 2017 registrieren.

Ab Januar 2018 geht es in die zweite Runde: Dann startet die neue Programmphase der Initiative Tierwohl (ITW). Interessierte Tierhalter können sich hierfür bis zum 26. September 2017 bei ihren Bündlern registrieren.

Auf der Internetseite der Initiative Tierwohl (initiative-tierwohl.de) sind die neuen Programmhandbücher und die Dokumente für die Teilnahme abrufbar. Die Auditierung der schweinehaltenden Betriebe startet ab Januar 2018, bei den geflügelhaltenden Betrieben geht es schon ab Oktober 2017 in die zweite Runde.

    Initiative Tierwohl: Was sich ab 2018 ändert

    Nachfolgend haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die sich ab 2018 zusätzlich zu den bestehenden Grundanforderungen ändern bzw. neu hinzukommen:

    • Im Bereich Schwein sind künftig die Kriterien „10 % mehr Platz“ und „zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial“ verpflichtend.
    • Neu für geflügelhaltende Betriebe sind ein jährlicher Tränkewasser- und Stallklimacheck.
    • Die teilnehmenden Handelsunternehmen stellen für die neue Runde jährlich rund 130 Mio. € zur Verfügung. Das sind gegenüber der ersten Runde über 50 % mehr.
    • Ziel ist es, ab 2018 den Anteil von ITW-Tieren in Deutschland zu erhöhen, bei Schweinen auf 20 % und beim Geflügel auf bis zu 60 %.

    Praktiker begrüßen Neuauflage der Initiative Tierwohl

    LAND & Forst hat bei Praktikern nachgefragt, wie die neuen Regelungen zur Initiative Tierwohl ankommen. Bei Frerk Steffens vom Beratungs- und Erzeugerring Lingen-Emsbüren nehmen ca. 60 Betriebe an der ITW teil. Der Ringleiter aus Lingen schätzt, dass darunter je ein Drittel Mastbetriebe, Ferkelerzeuger und Betriebe mit geschlossenem System sind. Teilweise nehmen sie mit mehreren Bereichen teil.

    Seine Betriebe mit Ferkelaufzucht haben hierbei überwiegend nicht das Kriterium „mehr Fläche“ gewählt, weil das bei knapp kalkuliertem Platz und guten Leistungen schwierig in der Umsetzung ist. Deshalb geht er davon aus, dass jetzt, wo 10 % mehr Platz verpflichtend sind, das Interesse für die Ferkelaufzucht gering sein wird.

    Auch für seine Sauenbetriebe sieht er dieses Pflichtkriterium eher kritisch, vor allem bei den derzeit guten Preisen sind die Prämien seines Erachtens kein Anreiz. Reine Zukaufsmäster werden wohl in der zweiten Runde dabeibleiben, schätzt er.

    Unangemeldete Betriebschecks der Tierwohl-Initiative in der Kritik

    Nicht in Ordnung findet Steffens, dass die ITW in den vergangenen Monaten unangemeldete Betriebschecks eingeführt hat: „Das bedeutet für viele Betriebsleiter einfach großen Stress, auch eine Kleinigkeit kann zur Prämienstreichung führen.“ Natürlich müsse alles in Ordnung sein in den Ställen.

    Aber kein Tierhalter könne 24 Stunden im Stall sein. Und: noch so viele Kontrollen könnten nicht verhindern, dass es einmal einen Verstoß oder ein „schwarzes Schaf“ gibt. Da ist seiner Meinung nach eher Courage von Berufskollegen oder Beratern gefragt, diese Betriebsleiter anzusprechen.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 30/17 ab Seite 44. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Mit Material von Initiative Tierwohl
    Auch interessant