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Betriebsführung

Als Joey Kelly zu jammern aufhörte

von , am
20.11.2013

Was im Job wirklich erfolgreich macht - das herauszufinden, war das Thema des 7. Arbeitnehmertages der Landwirtschaftskammer auf der Agritechnica. Hier finden Sie Geheimrezepte.

Sänger und Sportler Joey Kelly. © Streicher
Zu "Schlag den Raab" wird er nicht eingeladen. Denn er würde ihn wohl tatsächlich schlagen. Joey Kelly, einer aus der singenden Kelly Family, lief in seinem Leben schon 13 Mal den Ironman und mehr als 70 Marathons, wobei er nur noch Ultra-Marathons zählt - nicht 43, sondern mindestens 160 Kilometer lang, und nicht einfach auf der Straße, sondern durch Marokkos Wüste oder Alaskas Polarnacht. Für ihn alles eine Sache des Kopfes. Und dort drin funktioniert es, sobald die Ziele klar sind.

Geht dann etwas schief, ist es wie Training und neuer Ansporn. "Du wirst immer besser, wenn Du Deine Ziele verfolgst", gibt er den rund 1.000 überwiegend jungen Zuhörerinnen und Zuhörern mit auf den Weg.

"Auch wenn man mal nicht gewinnt, wird die Einstellung anerkannt." Wer wann kommt und wann geht, darauf achtet der Musik-Unternehmer Kelly in seinem eigentlichen Job. Respekt, Stimmung und Leistung - auf die drei Dinge kommt es ihm an. Und was da gar nicht reinpasst ist Jammern.

Kelly zeigt Bilder von seinem ersten Wüstenmarathon, bei dem er am zweiten Tag mit wunden Füßen und krankem Magen ans Aufgeben dachte. Warum er trotzdem ankam, erklärt er so: "Am dritten Tag stand ich auf und stellte das Jammern ein."

Sich im Extremsport immer wieder auf die Beine zu stellen, das hat viel Gemeinsames mit der beruflichen Entwicklung, schlägt Kammerpräsident -Arendt Meyer zu Wehdel den Bogen zum Alltag. Mit Peik Vahrenkamp aus dem Landkreis Diepholz und Christoph Visse aus dem Osnabrücker Land stehen zwei Quereinsteiger auf der Bühne. Als Zerspanungsmechaniker und Tischler stellten sie fest, dass sie die Tätigkeit als Landwirt bzw. als Agrarservicemeister mehr fordert und ihnen auch mehr bringt. Ulrich Löhr weiß als Arbeitgeber, woraus man auch bei harter Arbeit immer wieder neue Motivation schöpft: "Mit dem alten Grundsatz ,Nicht gemeckert ist genug gelobt‘ wird man dem heute nicht mehr gerecht." An der Bezahlung entzündet sich eine Publikumsdiskussion: Das Lohnniveau für einfache Mitarbeiter sei nicht ausreichend, wird gleich mehrmals beklagt. Mag sein, wendet Personalberater Dr. Clemens Schwerdtfeger aus Emstek ein, aber mancher begrenze seine Einkommensmöglichkeiten eben auch dadurch, dass er von der Arbeit immer den eigenen Kirchturm sehen wolle. Wer sich für eine Karriere in leistungsstarken Unternehmen entscheide, erhöhe auch in dieser Hinsicht seine Chancen, bestätigte Florian Gahre von der KWS Mais GmbH in Einbeck.

Die Landwirtschaft biete jungen Menschen große Aufgaben, wenn sie Veränderung als Chance verstünden, stellt der Schirmherr der Veranstaltung, Landwirtschaftsminister Christian Meyer, in seinem Grußwort fest.
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