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Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft

Kommentar: Wissen ist das beste Mittel gegen Vorurteile

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
24.02.2016

In diesen für Landwirte sorgenreichen Zeiten auch noch die Kraft für Öffentlichkeitsarbeit aufbringen? LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan nennt gute Gründe, das zu tun.

Derzeit drückt Bauernfamilien manche Sorge. Die um eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit rutscht auf der Liste sicher ein Stück nach unten. Um so mehr fällt auf, dass sich dieser Tage sowohl die Junglandwirte als auch die Veranstalter des Braunschweiger Unternehmerforums dieses Themas annahmen.

Beim Junglandwirtetag in Cloppenburg ging es sowohl um Wahrheiten und Widersprüche in puncto Lebensmittelsicherheit als auch um die private Öffentlichkeitsarbeit zweier Höfe.

Ländliche Idylle und Agribusiness unter einen Hut?

In Braunschweig verfolgten über 200 Teilnehmer eine lebendige Diskussion darüber, wie öffentliche Vorstellungen von ländlicher Idylle und die Regeln des Agribusinesses unter einen Hut zu bringen sind.

Eingeladen hatte man dafür einen, der an der Verbreitung von Bildern über die moderne Landwirtschaft kraft Amtes mitwirkt: Armin Maus, den Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung.

Mehrzahl der Leser sieht Landwirte positiv

Maus bestätigte dann auch, dass es unter seinen Lesern solche mit einem sehr kritischen Blick auf die Bauern gibt. Auch bestritt er nicht, dass immer wieder radikale Meinungen auftauchen - zum Beispiel, wenn es um den Fleischverzehr geht.

Für die Mehrzahl der Leser gelte dies aber nicht. Sie sehen die Arbeit der Landwirte positiv.

Braunschweiger Land: VW-Land und Bauernland

Der Austausch darüber, ob die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region von der Redaktion stets angemessen wahrgenommen wird, wurde sehr offen geführt. Am Ende war klar: Braunschweiger Land  ist VW-Land und Bauernland zugleich, denn auch in der Landwirtschaft zählen Wirtschaftskraft, Innovation und Arbeitsplätze.

Zeigen Sie, wie Sie mit Dünger umgehen

So, wie in Braunschweig geschehen, ist es auch bei anderenTageszeitungen. Sie  reagieren direkt auf Anstöße von „draußen“, also von ihren Lesern. Und unter denen sind auch viele Landwirte.

Die Empfehlungen, die der Chefredakteur der „Braunschweiger“ seinerseits den Landwirten gab, kamen  den Zuhörern bekannt vor: Reagieren Sie auf Vorwürfe und Anfeindungen mit Transparenz! Öffnen Sie Ihre Ställe für Interessierte! Zeigen Sie, wie Sie mit Dünger umgehen! Wissen ist das beste Mittel gegen Vorurteile.

Öffentlichkeitsarbeit am Tag des offenen Hofes

In diesem Licht ist es angeraten, spätestens mit dem Aufsteigen der Frühjahrssonne der vielleicht zuletzt etwas stiefmütterlich behandelten Öffentlichkeitsarbeit wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Einige Familien kommen dann vielleicht zu dem Entschluss, sich den Kraftakt „Tag des offenen Hofes“ doch noch vorzunehmen. Lohnen würde es sich, denn es gibt offenbar viele, die auf diesen Tag schon warten.

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