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Überproduktion

Wie kommt die Milch vom Markt?

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
26.05.2016

Gerade im Grünlandgürtel wird heftig darüber diskutiert, wie sich der Milchstrom drosseln lässt. In Rodenkirchen stellte der BDM sein Konzept vor. Einig war man sich darin, dass für ergebnislose Debatten keine Zeit mehr ist.

Wir müssen die Überproduktion in den Griff bekommen und entsprechend die Menge anpassen“, erklärte Hans Foldenauer, Vorstandssprecher vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) vorige Woche auf einer Veranstaltung mit rund 80 Landwirten in Rodenkirchen im Kreis Wesermarsch.

Der BDM erwartet jetzt politische Rahmenbedingungen für die Gestaltung eines nachhaltigen europäischen Milchmarktes, sagte er.

Eingriff in den Markt soll möglich sein

„Wir wolle keine Rückkehr zur Milchquote und auch keine rein nationalen Lösungen. Aber wir wollen die Möglichkeit, in den Markt einzugreifen. Es ist besser, nicht nachgefragte Mengen erst gar nicht zu produzieren, als sie hinterher wegpacken und einlagern zu müssen“, so der Referent aus Bayern.

Frühzeitig reagieren durch Marktkrisenmanagement-Konzept

Das Marktkrisenmanagement-Konzept des BDM ist ein Gesamtpaket aus mehreren Modulen, das die Intervention und private Lagerhaltung um neue Schritte erweitert. So könne man frühzeitig und in mehreren Stufen auf bedrohliche Entwicklungen reagieren, erklärte Foldenauer.

Frühwarnung mit privater Lagerhaltung

Bei zu hoher Produktion und fallenden Preisen tritt als erste Stufe die Frühwarnung in Kraft. Sie wäre verbunden mit privater Lagerhaltung und weiteren Maßnahmen und Anreizen zur Mengenreduzierung.
Sollte das nicht ausreichen, tritt als Stufe zwei das Marktverantwortungsprogramm mit einer weiteren Reduzierung der Erzeugung in Kraft.

Bei Verschärfung staatliche Intervention

Wenn sich die Marktkrise noch weiter verschärfen sollte, würde in der dritten Stufe eine verbindliche, zeitlich befristete Rücknahme der Milchproduktion  aller Milchviehhalter zwischen ein und drei Prozent greifen. Dann sieht das Konzept auch staatliche Intervention vor.

Ausgleichzahlung bei freiwilliger Produktionssenkung

Wer sich freiwillig dafür entscheidet, in der Krise weniger zu produzieren, soll dafür eine Ausgleichszahlung erhalten. Der BDM fordert 30 Cent pro kg nicht erzeugte Milch zunächst auf sechs Monate befristet.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 21/2016 auf Seite 11. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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