Login
Kommentar

Krisenmanagement: Stabile Partnerschaften pflegen

Thumbnail
Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
04.02.2016

Wo findet man in diesen bewegten Zeiten noch Halt? Was macht ein gutes Netzwerk aus? LAND & Forst-Redakteurin Edith Kahnt-Ralle hat sich Gedanken gemacht, wie man sich in Krisenzeiten stärken kann.

Das sind schon unsichere Zeiten, die wir gerade erleben. Draußen laufen Prozesse ab, die wir nicht mehr steuern können. Was ist da noch zuverlässig und gibt uns Halt? Ich meine, das können vor allem stabile Partnerschaften in unserem näheren Umfeld sein.

An erster Stelle stehen da für mich zwischenmenschliche Beziehungen. Sie sind krisensicher, wenn sie auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut sind, und können persönlichen Halt geben. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ besagt das alte Sprichwort, und so unmodern es auch klingen mag, es ist immer noch wahr. So lassen sich auch in schwierigen Zeiten leichter Lösungen finden.

Sicherheit durch stabile Partnerschaften

Aber auch im Geschäftsbereich benötigen wir stabile Partnerschaften. Sie können für beide Seiten zum „Sicherheitsnetz“ werden. Da wäre die Bank vor Ort zu nennen, die einschätzen kann, ob ich als Betriebsleiter das Ruder wieder in die Hand bekomme, sobald sich die Bedingungen bessern, und eher als eine anonyme Onlinebank bereit ist, mir Sonderkonditionen einzuräumen.

Mit stabilen Lieferbeziehungen punkten

Da wäre der Landtechnikhändler in der Nähe zu nennen, der einen gut kennt und vielleicht passendere technische Lösungen anbieten kann, der auch als kulanter Reparaturbetrieb zur Stelle ist, wenn ich ihn brauche. Da wären stabile Lieferbeziehungen in der Produktionskette zu nennen, zum Beispiel zwischen Schweinemäster und Ferkelerzeuger. Die punkten hinsichtlich Tiergesundheit, Verlässlichkeit oder auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

Mit ihnen wird die Wertschöpfung in der Region gehalten. Da wäre eine Molkerei zu nennen, die sich breiter aufstellt, um auch in Krisenzeiten ihren Lieferanten sicheren Absatz und auskömmliche Preise bieten zu können, und dafür auch langfristig von wirtschaftlich stabilen Betrieben aus der Region beliefert wird.

Stabile Allianzen als Ziel

Ein Traum? Machen wir uns nichts vor: Wer ernsthaft glaubt, niedrige Preise werden den Markt schon bereinigen und dann geht es den Überlebenden gut, denkt zu kurz. Dann heißt die Frage: Wann kommt der, der es noch billiger kann, oder wann bricht der nächste Markt weg? Wir sehen doch momentan, dass die Größe kein Garant für wirtschaftliche Stabilität und Flexibilität und damit Krisensicherheit ist.


Gute Partnerschaften sind mehr als nur ein guter Preis. Sie basieren auf fairem Geben und Nehmen. Also arbeiten wir an stabilen Allianzen und versuchen wir gemeinsam, die wirtschaftliche Krise zu meistern. Zuviel Idealismus? Vielleicht. Aber mehr davon tut dringend not!

Auch interessant