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Landwirte solllten auch im Alltag stärker zusammenhalten

Ralf Stephan
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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
24.10.2018

Beim CeresAward feierten Landwirte den Erfolg des anderen. Schön wäre es, wenn solcher Zusammenhalt auch im Alltag noch funktionierte.

Glanz und Glamour verbinden die meisten nicht unbedingt mit der Landwirtschaft. Das liegt auch daran, dass sie die „Nacht der Landwirtschaft“ noch nicht erlebt haben.

Seit fünf Jahren hat die Landwirtschaft ihre eigene Gala in der Bundeshauptstadt. Dort feiert sie ein wenig sich selbst, vor allem aber diejenigen Berufskolleginnen und -kollegen, die durch besondere unternehmerische Ideen glänzen.

Mit innovativen Betriebskonzepten haben diese sich um den CeresAward beworben.

Preisträger über Betriebskonzept befragen

Die 30 Besten von 180 Bewerbern sind im Saal. Am Ende dieser Oktobernacht haben zehn einen CeresAward für den Sieg in ihrer Kategorie in der Hand. Einer von ihnen darf sich ab jetzt sogar „Landwirt des Jahres“ nennen.

20 Landwirte werden ohne Pokal ins Hotel zurückgehen - die allermeisten aber erst am frühen Morgen. Denn zunächst gilt es, gemeinsam mit den Preisträgern an der Bar zu feiern, ihnen zu ihrem Betriebskonzept Löcher in den Bauch zu fragen, eigene Erfahrungen mitzuteilen und Telefonnummern auszutauschen.

"Nacht der Landwirtschaft" ist besonders

Das ist offenbar nicht selbstverständlich. Der Moderatorin des Abends, einer Berliner Fernsehjournalistin, zumindest fiel es auf. Das sei es, was ihr an der „Nacht der Landwirtschaft“ im Vergleich zu allen anderen Galaveranstaltungen, die sie kennt, besonders gefällt: "Dass sich alle für den anderen freuen, den Siegern kräftig auf die Schultern klopfen und den Eindruck erwecken, alle hier im Saal hätten gewonnen".

Gefühl des Zusammenhalts in den Alltag retten

Den Vergleich zu anderen Galas haben wir nicht. Aber dass die tolle Stimmung unter den großteils jüngeren Landwirten und ihren Angehörigen in dieser Nacht bombig ist, bestätigen wir gern.

Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass Landwirte nicht allzu oft in die Verlegenheit kommen, mit Tusch und Scheinwerferlicht gefeiert zu werden.

Man wünscht sich, es könnte öfter so sein. Oder wenigstens gelingen, das Gefühl des Zusammenhalts in den Alltag zu retten.

Größer, schneller, weiter contra Wertschöpfung

Daran kommen noch am Abend Zweifel auf. Denn auch im Gala-Anzug wird über den Alltag geredet. Über das Gefühl, dass der Zusammenhalt eher schwindet. Über Pachtpreise, die sich für den Pächter nicht rechnen, aber allen schaden. Über das scheinbar unausweichliche „Größer-schneller-weiter“.

Unausweichlich? Etliche Betriebskonzepte der „Landwirte des Jahres“ setzen eben nicht auf den Zuwachs an Flächen oder Tieren, sondern auf mehr Wertschöpfung. Es lohnt sich, sie anzuschauen.

Mehr zu den Preisträgern des CeresAward finden Sie in der LAND & Forst 43/18 und unter www.ceresward.de

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