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Kommentar

Landwirte sollten auch mal nichts tun

am Freitag, 12.10.2018 - 07:38

Wer den Mulcher mal stehen lässt, hilft der Natur. Daran müssen nicht nur Bauern sich erst noch gewöhnen, weiß LAND & Forst-Autor Christian Mühlhausen.

Redakteur Christian Mühlhausen

Landwirte haben fast schon Routine darin, als Prügelknabe herzuhalten. Ob Nitratbelastung, Pflanzenschutzmittelrückstände, Artensterben oder Bodenerosion: Regelmäßig wird die Landwirtschaft unter den Verursachern als erste genannt.

Das liegt zum einen in der Natur der Sache, weil sie auf über der Hälfte der Landesfläche wirtschaftet und zwangsläufig ihre Umwelt verändern muss. Zum anderen, weil "die" Landwirtschaft offenbar für den Bürger am besten greifbar ist.

Landwirtschaft trägt gewaltige Verantwortung

Die Suche nach dem tatsächlichen Verursachermix gestaltet sich dagegen sehr viel mühsamer und komplexer. Es geht hier aber nicht darum, einen Schwarzen Peter weiterzuschieben, im Gegenteil. Die Landwirtschaft trägt eine gewaltige Verantwortung.

Und seien wir ehrlich: Wir könnten es in einigen Bereichen besser machen. Viel zu lange hat der gesamte Berufsstand darauf vertraut, einer gesellschaftlich gewollten, guten Sache zu dienen - dabei aber versäumt, bei der rasanten Entwicklung der Landwirtschaft der letzten 50 Jahren die Gesellschaft mitzunehmen.

Das ändert sich, daran wird auf allen Ebenen intensiv gearbeitet.

Insektensterben als großes Thema

Das große Thema dieses Jahres ist das Insektensterben. Wie dramatisch seine Ausmaße sind, ist umstritten, das Problem selbst aber nicht mehr. Zweifelsohne spielen Lichtverschmutzung und die Verstädterung von Hausgärten dabei eine Rolle, aber natürlich auch wir Landwirte. Was kann der Einzelne dagegen tun?

Eine ganze Menge. Neben Agrarumweltprogrammen, der geförderten betrieblichen Biodiversitätsberatung oder der Aktion "Fokus Naturtag", um nur ein paar Beispiele zu nennen, gibt es ein probates wie profanes Mittel: Nichtstun. Das fällt uns Landwirten schwer, aber es geht. Und es wirkt, wie wir in unserem "Thema der Woche“ zeigen.

Altgrasstreifen als praktizierter Artenschutz

Wer als Landwirt, Feldmarkinteressentenschaft oder Baubetriebshof an Wegrainen die Füße still hält und beispielsweise nicht gleich mit dem Mulcher losfährt, um über Winter alles abzurasieren, der hilft der Natur. Stehengelassene Altgrasstreifen sind weder ein Zeichen für Faulheit, noch für Nachlässigkeit, sondern praktizierter Artenschutz.

Wichtig ist, dies auch in den jetzt anstehenden Versammlungen, in Gesprächen im Dorf und vielleicht sogar auf Schildern zu kommunizieren. Als Info für Berufskollegen, für Passanten, aber auch für die Verpächter. Die könnten einem diese Passivität sonst falsch auslegen.

MUH: Die schönsten Kuhfotos 2018

Kinder mit Kuh
Kuh und Kalb
Entspanntes Kalb
Landwirt mit Kalb
Kühe auf Weide
Kalb auf Hof
Landwirt und Kühe
Kühe
Mutterkuh mit Kälbern
Kühe auf Weide
Kind auf Kuh
Kuh schleckt Hand
Kühe auf Weide
Kalb auf Weide
Landwirtin mit Kuh
Kühe auf der Weide
Mühe auf der Weide
Kühe in Neuseeland
Kühe im Stall und auf der Weide
Kälber auf Weide
Landwirtin mit Kalb
Kuh unter dem Regenbogen
Milchkühe im Aussenstall
Neugeborenes Kalb
Kühe fressen im Stall
Userbilder von Kühen
Kuh in Norwegen
Kuh in den Alpen
Userbilder von Kühen
Kuh im Herbst
Tierschau mit Kalb