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Nährstoffverteilung

Eine logistische Herausforderung

Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst ,
am
07.01.2016

Aschendorf - Die überregionale Nährstoffverteilung ist seit Jahren ihr Geschäft. Ludger Determann und Josef Blömer vom AVD Emsland-Bentheim GmbH erklären, wo sie in Zukunft noch Reserven sehen.

Ludger Determann ist überzeugt: „Zusätzlichen Nährstoffmengen, die wir transportieren müssen, sehen wir gelassen entgegen“. Der Geschäftsführer des Agrovermittlungsdienstes Emsland-Bentheim GmbH (AVD) in Aschendorf im Landkreis Emsland arbeitet in einer Region, die über eines reichlich verfügt: Nährstoffe aus landwirtschaftlicher Erzeugung.

Um die eigenen Nährstoffe und die zusätzlich aus der Grafschaft Bentheim dazukommenden auf den landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis Emsland vollständig ordnungsgemäß (laut geltender Düngeverordnung) verwerten zu können, fehlt ausreichend Fläche. Betriebe müssen Wirtschaftsdünger – meist Gülle und Hähnchenmist - abgeben. „In den letzten zehn Jahren sind hier in der Region viele Biogasanlagen entstanden, die ihre Gärreste auch hier unterbringen müssen“, ergänzt Determann. Eine Tatsache, die die Nährstoffsituation im Landkreis verschärft hat, denn eine Biogasanlage darf nach noch geltendem Recht nur den Stickstoffanteil, der über tierische Ausscheidungen in die Biogasanlage gelangt ist, bei der 170-kg-Grenze für organischen Stickstoff anrechnen. Der Stickstoff pflanzlichen Ursprungs (z.B. über das Substrat Mais) wird hier nicht erfasst. Das soll sich mit dem neuen Düngerecht ändern. Es sieht vor, dass dann auch der pflanzliche Stickstoff der Biogasanlage beim Nährstoffvergleich und damit bei der 170-kg-Grenze einbezogen werden muss.

Silomais durch Geflügelmist ersetzen

In den Jahren 2013/2014 habe der AVD 120.000 t Geflügelmist, meist Hähnchenmist, aus dem Emsland in weiter entfernte Ackerbauregionen verbracht, so der Geschäftsführer weiter. Sehr gefragt sei dieser Geflügelmist auch bei Biogasanlagen der Regionen Hameln, Celle, Wittingen, Lüchow, Hannover oder Hildesheim. Ein Radius für die Verbringung von Geflügelmist von 300 km und mehr sei normal.

„In den Biogasanlagen sind die Aufnahmebedingungen optimal, die verfügen über ausreichend befestigten Lagerplatz für Mist“, so Determann. Sie könnten kontinuierlich übers Jahr beliefert werden. Den Ackerbaubetrieben sind da schon eher die Hände gebunden, nicht zuletzt auch durch den neuen Runderlass „Anforderungen an die Zwischenlagerung von Stallmist und Geflügelkot“. Er erlaubt nur eine kurzfristige Lagerung (zur Bereitstellung) von jeglichem Mist ohne Abdeckung mit Folie oder Vlies am Feldrand. Liegt der Mist länger als 14 Tage, muss er abgedeckt werden. Damit wird den Ackerbaubetrieben die kontinuierliche Abnahme des wertvollen organischen Düngers aus den Veredlungsregionen erschwert.

Mehr zum Thema und welche ungenutzten Möglichkeiten es noch gibt lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 01/2016 ab Seite 11. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

 

 

 

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