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Betriebsführung

LWK-Arbeitnehmertag: Auch Bildung immer „grüner“

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
19.11.2015

Kein Industriekonzern kommt mehr am Thema Nachhaltigkeit vorbei. Die ganze Gesellschaft, so scheint es, wird „grün“. Ist das eher gut oder schlecht für die Bauern von morgen? Antworten darauf gab es in Hannover.

Es war eine gute Nachricht, die der aus Wien herbeigeholte Trend- und Zukunftsforscher Franz Kühmayer für die überwiegend jungen Zuhörer des 9. Arbeitnehmertages der Landwirtschaftskammer mitgebracht hatte: Es wird eher ein Vorteil sein, dass sich die ganze Gesellschaft immer stärker für nachhaltige Produktion und natürliche Prozesse interessiert. Sein Urteil mag manchen überraschen, ist aber gut begründet: „Als jemand, der in einem der ,grünen‘ Berufe tätig ist, verfügen Sie über die nötige Kompetenz, auch in anderen Gesellschaftsbereichen mitreden und mitgestalten zu können. Ihre Kompetenz wird gefragt sein“, so der international erfahrene Redner. Eine Bedingung stellt er jedoch: „Sie müssen bereit sein, immer wieder zu lernen - und zwar sowohl in Ihrem eigenen beruflichen Umfeld als auch Neues aus anderen Bereichen.“


Das wiederum ist eine echte Herausforderung, wenn sich Gesellschaft und Wirtschaft ständig im Wandel befinden. Kammerpräsident Gerhard Schwetje stimmte die rund 700 Besucher deshalb bewusst auf das für diesen Tag gewählte Motto ein: „Karriere: Wissen. Persönlichkeit. Kompetenz. Stärken nutzen durch Weiterbildung.“ Diese drei Eigenschaften müsse man sich zunächst einmal erarbeiten, sagte Schwetje. Aber nur mit Freude an seinem Beruf könne man sich dann auch weiterentwickeln und habe beste Perspektiven. Um die bieten zu können, müssen auch die landwirtschaftlichen Arbeitgeber dazulernen.

In allen Dimensionen lernen

Denn Franz Kühmayer ist davon überzeugt, dass gut ausgebildete Menschen mit ,grünen‘ Berufen auch in anderen Branchen gute Chancen haben werden. Bildung „in allen Dimensionen“ sollte diesen Wandel also begleiten, ihm sogar vorausgehen, um von innen interessante Trends zu setzen statt ihnen hinterherzulaufen. Ein Berufswechsel sei heutzutage nicht ungewöhnlich, was nicht zuletzt mit einer gestiegenen Lebenserwartung und höherer Fitness in der zweiten Lebenshälfte zusammenhänge. Auch sei ein Wertewandel erkennbar: Nicht „Mehr arbeiten und verdienen“, sondern „Besser arbeiten und leben“ stünde laut aktueller Umfragen unter jüngeren Akademikern oben auf der Wunschliste.

In der Diskussionsrunde, die Christian Fremy von Radio N-JOY moderierte, stellten Ausbilder sowie die Berufseinsteiger Johanna Kinast und Jark Eberhardt ihre Sicht dar (siehe unten). Dabei nannte zwar fast jeder eine andere Fähigkeit als entscheidendes Kriterium für ein erfolgreiches Berufsleben, doch bei allen steht lebenslanges Lernen ganz oben - egal, ob man eine Ausbildung absolviert, studiert oder aber erst einmal im Ausland (oder in anderen Branchen) Erfahrungen sammelt.

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