Login
Milchproduktion

Milchmarkt: Allmählich steigen wieder die Preise

Thumbnail
Birgit Greuner, LAND & Forst
am
06.10.2016

Niedersachsens Milchbauern dürfen leise Hoffnung schöpfen: Die Preise für Käse und Butter sind bereits gestiegen. Auch bei Trinkmilch wird ein Plus erwartet.

Seit Anfang Juni haben Niedersachsens Milchviehhalter die Anlieferungsmengen an die Molkereien deutlich gedrosselt. Jetzt wirkt sich diese Mengenreduzierung endlich auch in den Preisen aus. So schildert Albert Schulte to Brinke, Milchviehhalter aus Bad Iburg und Landvolkvizepräsident, die Situation. Zugleich verknüpft er damit die Erwartung an den Lebensmitteleinzelhandel, den Aufwärtstrend zu unterstützen und das Preisniveau sukzessive anzuheben.

Die Milchviehhalter hätten noch eine lange Wegstrecke vor sich, um wieder zu kostendeckenden Preisen zu kommen. Zunächst werden die Landwirte von einigen Molkereien im Oktober wieder 29 Cent je Kilogramm Milch ausgezahlt bekommen. Im Juni erhielten die Milchbauern niedersachsenweit im Durchschnitt für einen Liter Milch gerade noch 21,56 Cent je Kilogramm.

Erzeugerpreise deutlich unter 40 Cent

Die Erzeugerpreise liegen damit  nach der aktuellen Erhöhung weiterhin deutlich unter der Marke von gut 40 Cent je Kilogramm. Soviel wurde zuletzt im 4. Quartal des Jahres 2013 gezahlt. Die Trendwende wurde zweifelsfrei durch die Reaktion der Milchviehhalter ermöglicht, betont Schulte to Brinke und warnt zugleich die Landwirte vor erneuten Produktionsausdehnungen. Der jetzt zu beobachtende Trend müsse sich verfestigen.

Milchanlieferung deutlich unter Erzeugung

In Niedersachsen liegt die Milchanlieferung seit Jahresmitte deutlich unter der Erzeugung im vergleichbaren Zeitraum des Jahres 2014 und 2015. Viele Milchviehhalter haben auf das äußerst unbefriedigende Preisniveau reagiert und ihre Erzeugung zurückgefahren. Zusätzlich dämpfen witterungsbedingte Qualitätseinbußen bei der Grundfutterernte die Milchleistung der Kühe.

Über das Jahr gerechnet wird sich die Anlieferungsmenge voraussichtlich knapp unter dem Vorjahreswert einpendeln. In diese Prognose sind die beabsichtigen Einschränkungen der Milcherzeugung, für die sich Landwirte im Rahmen der politischen Hilfsprogramme angemeldet haben, noch nicht berücksichtigt.

Auch EU-weit weniger Milcherzeugung

EU-weit liegt die Milcherzeugung jetzt ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Die geringe Anlieferung trifft auf eine deutlich höhere Nachfrage und stützt damit die Erholung der Preise.

Positiv entwickelt sich neben der Inlandsnachfrage auch der Käseexport. Er erhöhte sich nach Angaben der Agrarmarkt Informationsstelle (AMI) in Bonn in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um 13 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und liegt aktuell bei gut 450.000 t (Januar bis Juli).

Mehr zum Milchmarkt und der Entwicklung beim Deutschen Milchkontor lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 40/2016 auf den Seiten 7 und 11. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant