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Käseherstellung

Mobile Käserei als Einstieg in die Direktvermarktung

Käselager mit Käse, der in einer mobilen Käserei hergestellt wurde.
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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
22.08.2017

Aus der eigenen Milch Käse herstellen lassen und selbst vermarkten: Das kann für manchen Betrieb ein Zusatzverdienst werden. Ein Beispiel.

Elena und Eduard Martens betreiben seit zwei Jahren zwei mobile Käsereien und ein Käselager in Stade. Sie begannen mit einem Anhänger, den sie sich zum großen Teil selber gebaut haben, und mit einem Käselager in einer angemieteten Lagerhalle. 

35.000 Liter Milch im Monat

Der Betrieb der Martens ist folgendermaßen aufgebaut:

  • Zurzeit werden im Monat bis zu 35.000 Liter Milch verarbeitet.
  • Der Kundenkreis liegt bei etwa 60 Betrieben, die aber in unterschiedlichsten Abständen käsen.
  • Eine Milchtechnologin in Teilzeit fährt auf die Betriebe.
  • Die Martens fahren selbst auch die Betriebe an.
  • Zwei Teilzeitkräfte sind mit der Käsepflege beschäftigt.
  • Ihr Kessel hat eine Größe von 1.000 Litern, das heißt sie können nur Chargen in dieser Größenordnung verarbeiten, keine kleineren.

Käselager klimatisiert

    Das Käselager ist ein Panelbau mit einem klimatisierten Raum, in dem der Käse bei etwa 10 - 14° C auf Holzbrettern gelagert wird:

    • Das Käselager hat eine Größe von etwa 50 m² und kann bis zu 5.700 kg Käse aufnehmen.
    • Der Käse lagert etwa fünf Wochen und wird dann zurück auf die Höfe gebracht.

    Mobile Käserei in Eigenleistung gebaut

      Da Martens ihre mobile Käserei zum Großteil in Eigenleistung gebaut und nur einzelne Bestandteile dazu gekauft haben, können sie die Investitionssumme nicht benennen. Aber eine voll ausgestattete mobile Käserei liegt derzeit bei etwa 120.000 € plus Käselager, so dass mit 150.000 bis 200.000 € Investitionssumme zu rechnen ist.

      Nachfrage nach mobilen Käsereien ist hoch

      Betriebe, die an dem Zuverdienst „Mobile Käserei“ interessiert sind, macht Elena Martens Mut:

      • Die Nachfrage nach mobilen Käsereien und nach handwerklich hergestelltem Käse ist weiterhin hoch. Deshalb macht es Sinn, über weitere mobile Käsereien in Niedersachsen nachzudenken.
      • Herausforderung ist allerdings, einen geeigneten Käser zu finden. Dieser muss mit Herzblut dabei sein und damit rechnen, dass die gelieferte Milch nie gleich ist.

      Käser gesucht

        Ihre zweite mobile Käserei kann das Ehepaar Martens zurzeit nicht betreiben, da ihnen ein Käser fehlt. Es gibt offenbar nur sehr wenige ausgebildete Käser auf dem Markt oder ausgebildete Facharbeiter aus dem Molkereibereich, die Interesse an handwerklicher Milchverarbeitung haben.

        Käser müssen für die Verarbeitung von Milch:

        • einen zweijährigen Lehrgang zum Hofkäser absolviert haben,
        • einen Sachkundenachweis besitzen, der in einem zweitägigen Seminar zu erwerben ist.

        Infos zum Thema "Mobile Käserei"

          Die Vereinigung norddeutscher Direktvermarkter (VND) in Zusammenarbeit mit dem LEADER-Regionalmanagement „Wesermarsch in Bewegung“ informiert über das Thema "Mobile Käserei als Einstieg in die Direktvermarktung". Interessierte Käser oder solche, die es werden wollen, sowie interessierte Betriebe können sich melden bei:

          • Christina Pleus, Projektmitarbeiterin Standort Huntlosen, Tel.: 0157/704 190 52, pleus@norddeutsche-direktvermarkter.de.
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