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Dialogforum RegioAgrar

Nährstoffmanagement: Jetzt die Trendumkehr forcieren

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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
03.03.2016

Oldenburg - Die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen zwingen zu einer nachhaltigen Lösung. Dies wurde auf dem Dialogforum anlässlich der ersten RegioAgrar-Messe in der Weser-Ems-Halle erneut deutlich gemacht.

Die Nährstoffüberschüsse in Niedersachsen sind ein vorrangiges Thema und zwingen zu einer nachhaltigen Lösung. Franz Jansen-Minßen, Leiter des LWK-Fachbereichs nachhaltige Landnutzung, betonte eingangs, dass der Nährstoffausgleich eine Herausforderung für die gesamte niedersächsische Landwirtschaft sei.

Mehr Nährstoffaustausch zwischen Regionen

Die Regionen hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten stark spezialisiert. Dadurch habe der Nährstoffaustausch zwischen den Regionen zugenommen. Durch die Futterlieferungen in die Veredlung werden Nährstoffe aus der Ackerbauregion abtransportiert. Phosphatmangel und Humusabbau seien hier die Folgen.

Sparsam mit Phosphat umgehen

Phosphat werde weltweit als knappe Ressource in den nächsten Jahrzehnten im Fokus stehen, dies gelte auch für den Ökolandbau, so Jansen-Minßen. Daher gesehen sei es notwendig, mit dem Nährstoff sparsam umzugehen.

In den Veredlungsregionen ist der Nährstoffüberschuss an der Tagesordnung. Das sei zwar auch in anderen Regionen in der EU so, in Deutschland aber habe die Situation durch Biogas zu einer noch größeren Anspannung geführt. Allerdings sei Biogas hier auch ein Teil der Lösung in der Nährstoffkrise, vor allem, wenn sie in Ackerbauregionen stünden, machte der Referent bewusst.  

60 kg N/ha Stickstoffsaldo erlaubt

Wenn die neue Düngeverordnung greift, fehlen in Niedersachsen 120.000 ha für eine ordnungsgemäße Düngung. Auch, wenn ein Landwirt den Stickstoffsaldo mit im Durchschnitt des Landes 62 kg N/ha (erlaubt jetzt noch 60 kg N/ha) noch einhält, bedeutet das laut Jansen-Minßen nicht, dass er ordnungsgemäß dünge. Dies sei ein weitverbreiteter Irrglaube.

Sparpotenzial bei Mineraldünger enorm

Zu betrachten sei die Gesamtstickstoffmenge im System und hier werden in Niedersachsen 30 kg N/ha zu viel gedüngt. Gerade beim Mineraldüngereinsatz könnten aber im Land noch 100 Mio. € eingespart werden.

Deutschland hält Wasserrahmenrichtlinie nicht ein

„Wir müssen die Trendumkehr jetzt hinbekommen, sonst drohen weitere gesetzliche Verschärfungen“, ermahnte Jansen-Minßen vor dem Hintergrund, dass aktuell die neue Düngeverordnung von der EU so nicht akzeptiert worden ist.  

Der Referent räumte auch mit dem Glauben auf, dass um die Nitratwerte im Grundwasser zu viel Panik gemacht würde. Die Nitratwerte aus den Vormessstellen belegten eindeutig, dass Deutschland die Forderungen aus der Wasserrahmenrichtlinie nicht einhalte. Bis das Wasser aus den Vormessstellen im Grundwasser ankomme, vergingen Jahrzehnte.

Zur Lösung des großen Nährstoffproblems müssen laut Jansen-Minßen alle Akteure in einer Region an den runden Tisch. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in wenigen Jahren das Düngeverhalten jedes Landwirts infolge der gesetzlichen Verschärfungen transparent sei.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 9/2016 auf Seite 14. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

Messeimpressionen: RegioAgrar in Oldenburg

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