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Betriebsführung

Nährstoffüberschüsse reduzieren

von , am
15.04.2015

Der Nährstoffbericht 2013/2014 für Niedersachsen zeigt: Nährstoffsalden haben sich nicht wesentlich verändert. Wie lassen sich einzelbetriebliche Nährstoffüberhänge verringern?

Neben der Nähstoffabgabe müssen weitere Möglichkeiten berücksichtigt werden, Nährstoffüberhänge zu verringern. © Kahnt-Ralle
Gegenüber dem ersten Meldezeitraum nach Inkrafttreten der Niedersächsischen Verordnung hat sich die gemeldete Menge an Wirtschaftsdüngern und Gärresten um ca. 15 % auf nunmehr ca. 31,5 Mio. t (brutto) erhöht. Mit der erhöhten Meldemenge ist auch die Anzahl der Betriebe, die Abgaben und Aufnahmen gemeldet haben, gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Insgesamt wurde von den 8.400 abgebenden Betrieben eine Nettomenge von ca. 17,7 Mio. t gemeldet, welche von 17.300 Betrieben aufgenommen wurde. Die aus den Überschussregionen überregional verbrachte Menge hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 % auf 2,76 Mio. t erhöht.

Abgabemengen gestiegen

Der weitaus größte Anteil daran entfällt auf die Region Weser-Ems, aus der ca. 2,28 Mio. t in andere Regionen in Niedersachsen verbracht wurden. Hier beträgt die Steigerung rund 500.000 t (28 %). Größte Aufnahmeregion ist die Region Hannover mit rund 34 % der überregional verbrachten Mengen. Bezüglich des erstmalig im vorhergehenden Bericht vorgestellten Nährstoffsaldos nach § 3 Düngeverordnung auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreien Städte ist festzustellen, dass sich die Nährstoffsalden bei einer deutlichen Erhöhung der überregionalen Nährstoffabgabe aus den Landkreisen mit einem Phosphorüberschuss nicht wesentlich verändert haben. Gemessen am Phosphorentzug der Pflanzen ergeben sich bei insgesamt zehn Landkreisen in Niedersachsen größere Nährstoffüberschüsse bei Phosphor. In Bezug auf die Stickstoffobergrenze gemäß § 4 Abs. 3 der geltenden Düngeverordnung besteht weiterhin bei zwei Landkreisen eine Überschreitung der maßgeblichen Obergrenze von 170 kg N/ha aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft.

Nährstoffüberhänge übersteigen düngerechtliche Vorgaben

Nach den Berechnungen der Nährstoffsalden für Stickstoff und Phosphor im Nährstoffbericht verbleiben, nach Berücksichtigung der erfolgten Verbringungen, in mehreren Landkreisen Nährstoffüberhänge, die über die düngerechtlichen Vorgaben hinaus gehen (Überschreitung der N-Obergrenze und der zulässigen P-Salden). So wird in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta die ordnungsrechtlich relevante Obergrenze von 170 kg N/ha überschritten, des Weiteren besteht in insgesamt fünf Landkreisen in der Region Weser-Ems nach Verbringung ein Überschuss bei Phosphor, selbst unter Berücksichtigung der geltenden Regelung gemäß § 6 Abs. 2 der Düngeverordnung von mehr als 20 kg P2O5 /ha.
 
Verschiedene Möglichkeiten kommen in Frage, die zu einer Verringerung der Nährstoffüberhänge beitragen: So kann z. B. der Einsatz von N- und P-reduziertem Futter in der Schweine- und Geflügelhaltung dazu beitragen, die Stickstoff- und Phosphorausscheidungen der Tiere zu verringern. Weitere Möglichkeiten zur Verringerung der Nährstoffüberhänge lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 16/2015 auf den Seiten 42 und 43. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
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