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Lebensmittel-Informationsverordnung

Nährwertkennzeichnung: Es muss nicht alles aufs Etikett

Eintopf im Glas mit Nährwerttabelle
Sabine Hoppe LWK Niedersachsen
am
30.11.2016

Ob Kohlenhydrate, Eiweiß oder Fett - ab dem 13. Dezember müssen vorverpackte Produkte Etiketten mit Nährwertangaben tragen.

Ab dem 13. Dezember müssen vorverpackte Produkte laut der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittel-Informationsverordnung LMIV) Etiketten mit Nährwertangaben tragen. Die meisten landwirtschaftlichen Direktvermarkter dürften allerdings von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ausgenommen sein, wie die Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ erklärt.

In ihrer aktuellen Stellungnahme erläutert die Fördergemeinschaft, welche Betriebe auf welchen Absatzwegen von der Pflicht zur Nährwertkennzeichnung befreit sind. Diese Stellungnahme können Sie hier herunterladen...

Die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedsstaaten. Sie sieht jedoch folgende Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung vor: „Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an den Endverbraucher oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben.“

Flexible Anwendung der Lebensmittel-Informationsverordnung

Das Problem ist, nach dem derzeitigen Stand wird es in Deutschland keine Konkretisierung der Begriffe „lokal“ und „kleine Mengen“ in Form einer nationalen Durchführungsverordnung geben. Stattdessen soll es nach dem Willen von Bund, Länderministerien und den Kontrollbehörden vor Ort eine flexible, an den Erwägungsgründen der EU-Verordnung ausgerichtete Anwendung geben. Als Konsens dient die ALS-/ALTS-Stellungnahme. Der ALS-/ALTS-Arbeitskreis ist ein Sachverständigenrat der Lebensmittelüberwachung auf Bundesebene.

Gemäß den Vorgaben der LMIV und den Erläuterungen der ALS-/ALTS-Stellungnahme ist davon auszugehen, dass die allermeisten landwirtschaftlichen Betriebe auch weiterhin von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung befreit sein werden, erklärt die Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“. Sie hat als Hilfe für landwirtschaftliche Direktvermarkter das oben erwähnte Informationsschreiben mit einer Übersicht zu den Ausnahmen von der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung auf dem Etikett vorverpackter Produkte erstellt. Weitere Infos zum Thema finden Sie auf der Homepage der Fördergemeinschaft...

In Zweifelsfällen sollten sich Direktvermarkter mit den Fachberaterinnen der LWK oder der Vereinigung der norddeutschen Direktvermarkter in Verbindung setzen.

 

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