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Reportage

Nebenerwerb: Gut aufgestellt für die nächste Generation

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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
02.11.2016

Die Könemanns haben ihren Betrieb in Warmsen seit zwanzig Jahren beständig weiterentwickelt – im Nebenerwerb. Wie, das lesen Sie in der LAND & Forst 44/16.

Könemann Kinder im Schlepper

Horst und Sylvia Könemann haben ihren Betrieb in Warmsen seit zwanzig Jahren im Nebenerwerb beständig weiterentwickelt. Seit zwei Jahren ist er wieder in der Höferolle und damit gut aufgestellt für die nächste Generation.Es ist Freitagnachmittag. Horst Könemann sitzt mit seiner Frau Sylvia in der gemütlichen Küche in Warmsen, Landkreis Nienburg, und trinkt Kaffee. Er ist gerade von der Arbeit im 9 km entfernten Raddestorf zurückgekommen.

Dort ist er seit vielen Jahren als Betriebsleiter in einem metallverarbeitenden Betrieb tätig, eine verantwortungsvolle Aufgabe mit entsprechendem Einkommen. Ehefrau Sylvia arbeitet halbtags im Personalbüro eines Industrieunternehmens in Petershagen-Wegholm und kümmert sich um Haushalt und die drei Kinder Julia, Finn und Louisa, zwölf bis 18 Jahre alt.

Üblicherweise ist am Freitagnachmittag Wochenende angesagt. Bei Familie Könemann sieht es jedoch etwas anders aus: Sie bewirtschaftet im Nebenerwerb noch ihren landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt Ferkelerzeugung. Und da steht für Horst Könemann täglich nach Feierabend zumindest noch das Füttern und die Tierkontrolle auf dem Programm – genauso wie morgens, bevor er zur Arbeit fährt.

Nebenerwerb mit Leidenschaft

„Ich höre hier im Ort oder von Bekannten immer mal wieder die Frage, warum ich das denn mache“, erzählt Horst Könemann schmunzelnd. Seine Antwort: die Landwirtschaft gefällt ihm, er mag die Arbeit draußen auf dem Acker und den Umgang mit den Tieren.

Und er wollte den Hof, den es seit 1912 gibt, erhalten, auch möglichst erhalten für die nächste Generation. Und die steht heute in Gestalt des 14jährigen Sohnes Finn tatsächlich schon in den Startlöchern. Ein zusätzlicher Grund für ihn: „Ich sehe die zunehmenden Betriebsgrößen mit dem immensen Kapitalbedarf schon kritisch, für den ländlichen Raum sind kleinere Strukturen meiner Meinung nach unbedingt erhaltenswert.“

Den elterlichen Betrieb im Vollerwerb erworben

Er selbst hatte als Jugendlicher, so erinnert er sich gut, nicht die Möglichkeit, den elterlichen Betrieb im Vollerwerb zu führen, dazu war dieser mit damals 7 ha eigener Fläche plus 8 ha Pachtfläche, 13 Sauen und sechs Milchkühen zu klein. Also machte der heute 49-Jährige eine Ausbildung zum Metallbauer. Er übernahm den Betrieb dennoch 1995, um ihn im Nebenerwerb weiter zu bewirtschaften – und zu entwickeln.

Dabei hat er, wie er betont, immer auf eine strikte Trennung zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und der Berufstätigkeit geachtet: „Die Landwirtschaft sollte kein Hobby sein, in das wir unseren Verdienst stecken“, sagt er und daran hat er sich immer gehalten: „Alles, was wir investiert haben, ist aus der Landwirtschaft finanziert.“

Viel investiert in 20 Jahren

Und das war Einiges: Heute gehören zum Betrieb 16 ha eigene landwirtschaftliche Nutzfläche und 2 ha Wald plus 15 ha Pachtfläche. Die Flächenbewirtschaftung - es werden Getreide und Mais angebaut - erfolgt überwiegend mit eigenen Maschinen inklusive der 6 ha Grünland.

Die Milchkühe schafften Könemanns ab, aber 20 Fresser stehen noch auf dem Betrieb. Ansonsten konzentrierten sie sich auf die Sauenhaltung. Es wurde auf 42 Tiere aufgestockt, das ist auch heute noch der Bestand an produktiven Sauen. Bis 2010 wurden die Ferkel als Babyferkel verkauft.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 44/2016 auf den Seiten 18 und 19. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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