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Reportage

Nebenerwerb: Das Hobby zum Beruf gemacht

Limousin-Schlachtermeister-Landwirt-Nebenerwerb
Imke Brammert-Schröder
am
16.03.2018

Bastian Rose aus Garlstorf (Kreis Harburg) startete mit ein paar Rindern und Schafen. Jetzt sind Fleischrinder die Grundlage seines Nebenerwerbsbetriebs.

Die „Damen auf der Weide“ freuen sich, wenn Bastian Rose aus Garlstorf, Kreis Harburg sie bei seinem täglichen Kontrollgang besucht. Sie wissen, dass er in seinem Eimer immer Schrot dabei hat und an sie verteilt.

Angefangen hat der Landwirt mit ein paar Rindern und Schafen, die er als Hobby hielt. Heute sind die Fleischrinder und 20 ha Grünland Grundlage des landwirtschaftlichen Betriebs. Den führt er im Nebenerwerb. Das Fleisch seiner Rinder vermarktet er direkt an seine Kunden.

Absetzer von Mutterkuhhaltern und Zuchtbetrieben

Stolz blickt der junge Landwirt auf seine Färsen, die sich über Sommer prächtig entwickelt haben. „Wir kaufen im Herbst Absetzer, füttern sie über Winter im Stall und schlachten sie dann im Herbst, nachdem sie den ganzen Sommer auf der Weide waren.“

Rose kauft die Absetzer von Mutterkuhhaltern und Zuchtbetrieben, am liebsten reinrassige Limousin. Es finden sich aber auch einige Limousin-Kreuzungstiere in seiner Herde. „Das Schöne an der Rasse ist, dass die wertbestimmenden Teile wie Rücken und Keule sehr gut ausgeprägt sind. Die Tiere sind feingliederig.

Sie haben im Verhältnis zum Fleisch einen geringen Knochenanteil.“ Außerdem mästet Rose nur weibliche Tiere, weil deren Fleisch besser marmoriert ist.

Rinder im Nebenerwerb

Rose hat 22 ha Grünland in Toppenstedt gepachtet, wo die Rinder den Sommer verbringen. So lange es geht, lässt er die Tiere im Herbst draußen. Die Fläche ist groß genug, um auch noch Silage für den Winter zu gewinnen.

Seit 2016 hat Bastian Rose sein Hobby zum Beruf gemacht und einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb angemeldet. Vorausgegangen ist eine zweijährige landwirtschaftliche Ausbildung, die der Schlachtermeister und Betriebswirt im Handwerk als Quereinsteiger neben der täglichen Arbeit absolviert hat.

Unterstützt wurde er dabei vom Beratungsring Hohe Geest. Rose hat auf vier verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet und abends die Schulbank gedrückt.

Eigener Betriebszweig

An den Wochenenden und während des Urlaubs absolvierte er die verschiedene Lehrgänge. Nach der bestandenen Prüfung zum Landwirt stand einer Betriebsgründung nichts mehr im Weg. Seitdem hat er den Job als Abteilungsleiter bei einem großen Schinkenhersteller an den Nagel gehängt und arbeitet auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Schwiegervaters Wilhelm Brauel in Toppenstedt.

Im Sommer will Bastian Rose zusammen mit seiner Frau Christine den landwirtschaftlichen Betrieb seines Schwiegervaters übernehmen. Mit der Rindermast und der Direktvermarktung des Fleisches hat er sich seinen eigenen Betriebszweig geschaffen, der ausbaufähig ist und zudem die anderen Betriebszweige auf dem Betrieb ergänzt.

Neben 120 ha Ackerbau mit Getreide, Raps und Mais bauen Brauels auch 6 ha Spargel an und vermarkten diesen in der Saison über den eigenen Hofladen und Verkaufsstände in der gesamten Region. Im Hofladen werden neben Spargel auch Kartoffeln, Soßen, Marmeladen, Schinken und Wein angeboten.

Da passt eine Fleischdirektvermarktung gut ins Konzept. Deshalb hat Bastian Rose auf dem schwiegerelterlichen Betrieb bereits investiert und ein Schlachthaus mit Zerlege- und Kühlhaus an den Spargelsortierraum angebaut.

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