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Reportage

Nebenerwerb: In der Mittagspause die Eier suchen

Familie Weerts mit ihren Eiern
Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
25.07.2018

Marc Weerts aus Detern (Kreis Leer) ist hauptberuflich Landwirt und auf zwei Milchviehbetrieben angestellt. Nebenbei hält er 300 Legehennen und mästet Hähnchen.

Marc Weerts kommt aus Detern im Kreis Leer in Niedersachsen. Er ist im Hauptberuf Landwirt und auf zwei Milchviehbetrieben in der direkten Umgebung angestellt.

Im Nebenerwerb hält er rund 300 Legehennen im Mobilstall und mästet zusätzlich 45 Hähnchen.

Wunsch: Landwirtschaftliche Ausbildung

Von Haus aus hatte er nichts mit der Landwirtschaft am Hut. Aber schon immer half der gelernte Krankenpfleger auf einem Hof im Dorf. So reifte der Wunsch, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren.

Nach der Gehilfenprüfung arbeitete er auf einem Hof und in der Altenpflege. Die Interessen verlagerten sich Richtung Landwirtschaft, zwei weitere Höfe kamen als Arbeitgeber dazu.

Festanstellung auf zwei Betrieben

Nun gab es aber auch in den landwirtschaftlichen Spitzenzeiten (Bestellung, Ernte von Gras- und Maissilage) nicht nur reichlich Stunden, sondern auch Stress bei den drei Arbeitgebern mit ähnlich gelagerten Schwerpunkten.

Eine Lösung musste her. Die lag für Marc Weerts in der Festanstellung auf zwei Betrieben mit insgesamt 40 Wochenstunden und einem freien Sonntag.

Einstieg in die Hühnerhaltung

Anfang 2016 stieg Marc Weerts mit einem Berufskollegen in die Hühnerhaltung ein und startete mit 60 Hühner in Einzelnestern. Das System funktionierte nicht so optimal und so kam kurze Zeit später ein Mobilstall mit 100 Hühnern mit Gruppenlegenestern über zwei Etagen hinzu.

Alles lief gut, die Eier waren immer ausverkauft und so wurde 2017 der zweite Stall für 100 Hühner gekauft.

Neuer Stall für 100 Tiere und Hähnchenmast

Und dieses Jahr wurde wieder erweitert um einen Stall für 100 Tiere. Dafür wurde der alte 60er Stall für die Hühner ausgemustert und wird nun für die Hähnchenmast (zwei Kilogramm Schlachtgewicht) genutzt.

Damit ist jetzt auch die „richtige“ Größe erreicht. Die Hühner werden als Junghennen mit 17 bis 20 Wochen eingestallt.

240 Eiern direkt vermarktet

Derzeit legen sie täglich 240 Eier, die in zwei Eierbuden rund um die Uhr vermarktet werden. Direktvermarktung bringt auch Kontakte zu vielen Menschen, welche die natürliche Haltung und das Produkt wertschätzen. Nicht direkt vermarktete Ware (Überhänge gibt es vor allen Dingen im Januar und Februar) soll demnächst in die Produktion von Nudeln gehen.

Eier sammeln in der Mittagspause

Beide Chefs von Weerts haben Verständnis für den kleinen Betriebszweig. Und die Hühner passen irgendwie gut in seinen Tagesablauf. In der Frühstückspause werden sie ins Freie gelassen und in der Mittagspause geht Weerts Eier sammeln.

Auch Ehefrau Edda, die Vollzeit in einer Dialysepraxis arbeitet, unterstützt ihren Mann in jeder Hinsicht.

Probleme: Vogelgrippe, Nässe und Habicht

Natürlich läuft nicht immer alles rund: Die Vogelgrippe hat Hühner und Geld gekostet und die Hühner fühlten sich auch in einem provisorischen Unterstand nicht wohl.

Voriges Jahr war es extrem nass, da fanden die Tiere Unterschlupf in einem kleinen Gewächshaus. Ein Hahn pro Stall schützt die Hühner vor dem Habicht.

Mit Material von Jan-Gerd Ahlers

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