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Betriebsreportage

Nebenerwerbslandwirt: Mit Herzblut zwei Berufe ausfüllen

Jan-Gerd Ahlers, LAND & Forst
am
17.08.2016

Die 40-Stunden-Woche ist kein Thema bei Maike und Rainer Müller-Elsner in Holtland, Kreis Leer: Nach der regulären Arbeit außer Haus geht es zuhause auf dem Hof erst richtig los.

Bei Nebenerwerbslandwirten geht die Arbeit außer Haus meist nahtlos in die Arbeit auf dem eigenen Hof über: So auch bei Maike und Rainer Müller-Elsner in Holtland, Kreis Leer.

Maike Müller-Elsner arbeitet als Erzieherin 20 Stunden im örtlichen Kindergarten, Ehemann Rainer 20 bis 30 Stunden bei der hiesigen Genossenschaft. Das sind die festen Jobs im Angestelltenverhältnis. Beide arbeiten gerne in ihren Aufgabenbereichen, sind bestens zufrieden.

Zweite Schicht auf traditionsreichem Hof

Nach Feierabend kommt die zweite Schicht auf dem traditionsreichen Hof, zu dem früher noch Mühle und Landhandel gehörten. Die Arbeit im Betrieb kann im Sommerhalbjahr schon mal etwas länger dauern, denn es werden immerhin 65 ha Fläche bewirtschaftet.

Und dann sind da tagtäglich noch 80 Bullen und eine kleinere Partie Kälber zu versorgen. Aber der Reihe nach.

Im Nebenerwerb seit 2008

Rainer Müller-Elsner absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und war dann von 1999 bis 2008 in Vollzeit auf einem Ackerbaubetrieb im Rheiderland tätig. Bereits vom Konfirmationsgeld hatte er sich zwei Kälber gekauft. Zuhause standen damals zehn Ammenkühe und 30 Mastrinder in Altgebäuden.

So entschloss sich die Familie 2004 zum Neubau eines Tretmiststalles für Bullen. Dabei handelt es sich um eine 20 x 30 m große Halle, die freitragend ist, damit auch andere Nutzungsmöglichkeiten gegeben sind.

Mastbullen statt Ammenkühe

Dann kam 2008 der nächste große Einschnitt: Müller-Elsner wechselte seine Arbeitsstelle und kann seither zu Fuß die 500 m zu „seiner“ Warengenossenschaft gehen. Und die Ammenkühe verließen den Betrieb zugunsten von Mastbullen. Zeitgleich wurde auch dieser Betriebszweig intensiviert.

Die Kreuzungstiere aus Niedersachsen werden in Partiegrößen von acht oder zwölf im Alter zwischen sechs und acht Monaten und Gewichten von 250 bis 300 kg gekauft. Die Mast dauert rund zwölf Monate, mit 750 bis 800 kg Lebendgewicht geht es zum Schlachter. In erster Linie sind es dann U-Tiere, die größtenteils über ein Qualitätsfleischprogramm vermarktet werden. Basis der Fütterung ist Mais, hinzu kommt ein 23/3er Mastfutter. In den ersten vier Wochen nach der Einstallung gibt es Heu zur freien Verfügung.

In den vergangenen Jahren wurde eine alte Scheune saniert; sie ist heute Maschinenraum. Hinzu kam ein Neubau für Stroh- und Getreidelager.

Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 33/2016 auf den Seiten 13 und 14. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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