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Betriebsführung

Neue Ausrichtung

von , am
20.05.2014

Für 2014 wird die Agrarförderung (AFP) überwiegend auf die bäuerliche Landwirtschaft ausgerichtet sein. Die Erwartungen und die Bedürfnisse von Gesellschaft und Umwelt werden gleichberechtigt berücksichtigt.

Die Bindung der Tierhaltung an die Fläche und ein neunmonatiges Güllelager sind im neuen AFP zentrale Punkte. © Ahlers

Das AFP ist Bestandteil des Programms zur Umsetzung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) in Niedersachsen und Bremen. Auch die EU hat das Erfordernis einer Akzentverschiebung erkannt und für die Förderperiode 2014 bis 2020 das ursprüngliche Ziel der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe neu formuliert: Dort ist nunmehr von der Verbesserung der Gesamtleistung und - erstmals - der Nachhaltigkeit des landwirtschaftlichen Betriebs die Rede. Zur Gesamtleistung zählen neben Produktion und monetärer Leistung auch Umweltleistung und ethische Leistungen wie der Tierschutz. Der Begriff der Nachhaltigkeit beinhaltet ökologische, ökonomische und soziale Komponenten.

Kernstück des Förderprogramms ist die Bindung der Tierhaltung an die Fläche. Maximal dürfen bis zu zwei Großvieheinheiten (GV) pro ha LN gehalten werden. Diese Regelung trägt dazu bei, Probleme der Nitratbelastung im Grundwasser in den viehstarken Regionen zu mindern.

Darüber hinaus ist die AFP-Förderung auch mit der Verpflichtung einer neunmonatigen Güllelagermöglichkeit verbunden. Diese Regelung führt ebenfalls zu einer verbesserten Boden- und Grundwasserqualität. Die Abdeckung neuer und vorhandener Güllebehälter wird zu einer Klimaverbesserung führen. Im Hinblick auf die Ausgestaltung von Ställen dürfen nur solche Vorhaben gefördert werden, in denen die Empfehlungen von Tierschutzexperten aufgegriffen und umgesetzt werden.

Investitionskostenzuschüsse werden künftig nur noch für Stallbauvorhaben gezahlt, die über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegen. Tierschutzstandards müssen erfüllt werden und bestimmte Schwellenwerte dürfen nicht überschritten werden. Besonders tiergerechte Haltungssysteme können mit einem erhöhten Fördersatz versehen werden. Zukünftig werden nur noch solche Vorhaben gefördert, die politisch gewollt sind.

Wer sein Vorhaben auf besonders artgerechte Tierhaltung ausrichtet, bekommt eine erhöhte Förderung sowie eine hohe Punktzahl für das Ranking. Die Anforderungen  sind in der Anlage 2 festgehalten. Auch Vorhaben nach der bundesweiten Anlage 1 sind grundsätzlich förderfähig, werden aber wegen der geringeren Bedeutung für den Tierschutz mit weniger Punkten versehen. Die Basisförderung des Bundes wird nicht angeboten.

Betriebe, deren Tierbestände bestimmte Größen überschreiten, sind nicht förderfähig, z.B. 300 Rinderstallplätze, 1.500 Mastschweinestallplätze, 560 Sauenstallplätze,15.000 Legehennenstallplätze. Der Viehbesatz darf im Zieljahr bei max. 2,0 GV/ha selbstbewirtschaftete Fläche liegen, da oberhalb dieser Grenze die Verwertung der anfallenden Nährstoffe problematisch wird.

Alle viehhaltenden Betriebe, die eine AFP-Förderung beantragen, müssen Güllelagermöglichkeiten für neun Monate einrichten. Damit soll eine pflanzenbedarfsgerechte Ausbringung der Nährstoffe gewährleistet werden. Güllebehälter müssen abgedeckt werden.

Bauvorhaben, die nicht die Schaffung von Stallplätzen zum Schwerpunkt haben (Lagerhallen, Direktvermarktung, etc.), sind nur bei nachgewiesenem Umwelt-, Klima- oder Verbrauchernutzen förderfähig.

Junglandwirte können einen zusätzlichen Zuschuss erhalten. Auch Existenzgründer können nunmehr am AFP teilnehmen. Betriebe mit Sitz in der strukturschwachen Region Südniedersachsen (Landkreise Göttingen, Goslar, Holzminden, Northeim, Osterode) erhalten Zusatzpunkte. Da Vorhaben, die eine zu geringe Relevanz für die vorgenannten gewollten Kriterien haben, nicht gefördert werden sollen, liegt die Mindestpunktzahl bei drei Punkten.
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