Login
Tiergesundheit

Neue Internet-Plattform: Schnelle Tipps, gesunde Tiere

Steffen Bach
am
29.07.2016

Cloppenburg - Die neue Internet-Plattform „aniplus“ soll Landwirten schnelle Infos zur Tiergesundheit geben und damit auch den Einsatz von Antibiotika reduzieren.

Schnelle und zuverlässige Informationen zur Tiergesundheit sollen Landwirte über die neue Internet-Plattform „aniplus“ erhalten. Die Homepage „aniplus“ soll Mitte Oktober online gehen. Das System wurde am Dienstag vorgestellt.

Tierhalter können zum Beispiel erfahren, welche Maßnahmen sinnvoll sind, wenn Ferkel unter Durchfall oder Puten unter Schnupfen leiden. Eine Gruppe von Fachleuten, zu der Landwirte, Tierärzte, Wissenschaftler, Experten von Behörden und aus Unternehmen der Agrarbranche gehören, haben die Informationen zusammengestellt.

Die Landwirte sollen so unterstützt werden, die Tiergesundheit in ihrem Betrieb zu verbessern, erklärte Projektleiterin Dr. Maria Gellermann. Die tierärztliche Betreuung könne und solle das Angebot jedoch nicht ersetzen.

Fachartikel bieten Infos

Um die gewünschten Antworten zu finden, müssen sich die Tierhalter durch das Angebot navigieren, indem sie die Tierart (z. B. Schwein), die Tiergruppe (Aufzuchtferkel) und ein Symptom (Durchfall) eingeben. So stoßen sie auf Fachartikel, die über die Ursachen, vorbeugende Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Vorschläge, die der Landwirt für seinen Betrieb übernehmen möchte, kann er in einem Warenkorb sammeln. Schließlich kann er die Liste mit den Maßnahmen ausdrucken, sofort Veränderungen in seinem Betrieb umsetzen oder den Plan mit seinem Berater besprechen.

Auch für Maßnahmenpläne zum Antibiotika-Monitoring

Als eine Zielgruppe sieht Gellermann Tierhalter, die im Rahmen des Antibiotika-Monitorings einen Maßnahmenplan zur Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes erarbeiten müssen. Sie können die gesammelten Vorschläge in einem Word-Dokument exportieren und um Angaben zum Betrieb ergänzen. Die Inhalte der Internetseite sind für jede Tierart in bestimmte Bereiche wie Tierhaltung, Management, Fütterung, Tierzukauf oder Biosicherheit gegliedert.

Zu den Projektträgern gehören neben dem Land Niedersachsen auch das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF), ein Zusammenschluss von rund 90 Branchen-Unternehmen der Region. Beim Schreiben der Fachtexte wurde die Initiative von zahlreichen Mitarbeitern aus Unternehmen der Agrarwirtschaft unterstützt. Uwe Bartels, Vorsitzender des AEF, dankte dafür, dieses Know-how nutzen zu können.

Anonymität der Nutzer garantiert

Den Landwirten garantiert das Projekt Anonymität. Bei Besuchen erarbeitete Vorschlagslisten werden im System nur unter einem anonymen vierstelligen Zahlencode gespeichert, der später ermöglicht die Daten erneut zu nutzen. Personalisierte Daten werden dagegen nicht gesammelt. Nur ein Teil der Informationen wird allgemein zugänglich sein. Für einige Bereiche werden die Nutzer einen Zugangscode benötigen. Ein Grund dafür sind Bilder von erkrankten Tieren, deren Anblick man Laien ersparen möchte.

Auch interessant