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Nährstoffvergleich

Neuer Erlass in Niedersachsen regelt Umgang mit Ernteausfällen

Gerstenernte in Niedersachsen
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
08.08.2018

Wie sollen Landwirte mit Mindererträgen bei der Ermittlung des Düngebedarfs für 2019 umgehen? Ein Erlass vom Agrarministerium Niedersachsen gibt Regeln vor.

Die Trockenheit in vielen Regionen Niedersachsens hält weiter an. Das Ertragsniveau bei Raps, Getreide und Grünland ist dadurch deutlich niedriger als in den Vorjahren. Ausgenommen hinreichend beregneter Flächen ist mit mehr als 20 % Ertragsausfällen im Vergleich zu den Vorjahren auszugehen.

Landwirte sollten jetzt die Mindererträge in die Berechnungen zum Nährstoffvergleich und zur Düngebedarfsermittlung im Frühjahr 2019 einbeziehen. Wie Sie dabei vorgehen müssen, gibt das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) in einem Erlass bekannt.

Mindestens 20 % unter 3-jährigem Durchschnitt

Für Ausnahmejahre mit Mindererträgen sieht die Düngeverordnung vor, dass

  • die vom Landwirt nicht zu vertretenden Ernteausfälle bei der Erstellung des Nährstoffvergleichs berücksichtigt werden können (§ 8 Abs. 5). Dazu sollten die unvermeidlichen Verluste bei der Berechnung der N- und P2O5-Kontrollwerte angegeben werden.
  • Unvermeidliche N- und P2O5-Verluste durch nicht zu vertretende Ernteausfälle können aber nur dann berücksichtigt werden, wenn die Erträge im Einzeljahr mindestens um 20 % unter den 3-jährigen Durchschnittserträgen liegen.

Wie Sie Ernteausfälle angeben

    Geben Sie nicht zu vertretende Ernteausfälle im Nährstoffvergleich für das Jahr 2018 wie folgt an:

    • Zunächst stellen Sie die gegenüber den 3-jährigen Durchschnittserträgen durch Dürre im Erntejahr 2018 erlittenen Mindererträge fest. Dies müssen Sie im Zweifel plausibel belegen. Im Nährstoffvergleich sind diese niedrigen, tatsächlich geernteten Mengen richtig einzutragen.
    • Liegen die Mindererträge mehr als 20 % unter den 3-jährigen Durchschnittserträgen, werden die Mindererträge an Haupt- und Nebenerntegut mit den N- und P2O5 Gehalten im Erntegut bzw. Nebenerntegut (gemäß Anlage 7 der Düngeverordnung) multipliziert. So erhalten Sie die unvermeidlichen N- bzw. P2O5-Verluste je ha einer Kultur.
    • Diesen Wert müssen Sie mit der Anbaufläche der jeweiligen Kultur multiplizieren. So erhalten Sie den Wert für die unvermeidlichen N- bzw. P2O5-Verluste infolge der Ernteausfälle im Jahr 2018. Diese können Sie in Zeile 11 des Nährstoffvergleichs nach Anlage 5 eintragen.

    Wie Sie rechnen müssen

      Anhand des nachfolgenden Beispiels (s. Tabelle zum Download unten) vom Betrieb Mustermann können Sie die Vorgehensweise noch einmal nachvollziehen. Landwirt Mustermann bewirtschaftet 20 ha Winterraps, 40 ha Winterweizen und 40 ha Wintergerste. Das Stroh verbleibt auf dem Feld.

      Beispielsweise ist die Winterrapsfläche (20 ha) mit der Ertragsdifferenz (20 dt/ha) und dem N-Gehalt im Haupterntegut (3,35 kg N/dt) zu multiplizieren, um die unvermeidlichen N-Verluste beim Winterraps (1.340 kg N/Betrieb) zu ermitteln.

      Im Nährstoffvergleich für das Jahr 2018 können für den Beispielbetrieb Mustermann infolge der Dürreschäden unvermeidliche Verluste in Höhe von 6.376 kg N und 2.960 kg P2O5 angerechnet werden.

      Ertragsniveau 2017 heranziehen

      Weicht das Ertragsniveau im Jahr 2018 um mehr als 20 % vom Ertragsniveau des Jahres 2017 ab, gilt folgendes:

      • Statt des Ertragsniveaus 2018 können Sie dann das Ertragsniveau des Jahres 2017 heranziehen, um den 3-jährigen Durchschnittsertrag und die Ertragsdifferenz im Rahmen der Düngebedarfsermittlung zu errechnen. Die Vorgaben dazu finden Sie in Anlage 4, Tabelle 3 der Düngeverordnung.
      • Die Mindererträge sind analog zur Erstellung des Nährstoffvergleichs plausibel zu belegen.
      Mit Material von Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium
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