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Vogelgrippe

Niedersachsen: Erlass regelt Stallpflicht neu

Freilandhennen vor dem Hühnermobil.
Freilandhennen vor dem Hühnermobil. © Mühlhausen/landpixel
von , am
13.02.2017

Ergebnis einer neuen Risikobewertung in Sachen Vogelgrippe: In Niedersachsen gilt die Stallpflicht nur noch in Landkreisen mit hoher Geflügeldichte.

Niedersachsen hat jetzt aufgrund einer neuen Risikobewertung ein Ende der Stallpflicht für Geflügel in Teilen des Landes verfügt. Nur noch in Landkreisen mit einer besonders hohen Geflügeldichte und dort, wo ein besonderes Wildvogel-Risiko besteht, soll die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe bestehen bleiben.

Erlass regelt Stallpflicht neu

Niedersachsens Landwirtschaftsministerium hat die Stallpflicht mit einem Erlass an die Landkreise neu geregelt: Demnach soll nur noch in Kreisen mit einer Geflügeldichte von mehr als 1.000 Stück Geflügel pro Quadratkilometer die flächendeckende Aufstallung gelten. Dies würde auf zehn Landkreise insbesondere im Weser-Ems-Gebiet zutreffen. Die neue Regelung soll ab Mittwoch gelten.

Teil-Aufstallung in avifaunistisch wertvollen Gebieten

In den anderen Landkreisen können die Behörden nur noch dort eine Teil-Aufstallung verfügen, wo von einem besonders hohen Risiko einer Ansteckung mit Geflügelpest ausgegangen wird. Das gilt für die sogenannten avifaunistisch wertvollen Gebiete mit einer hohen Anzahl an Wild- und Zugvögeln.

Für kleinere Betriebe und Hobbyhaltungen, die ihre Bestände effektiv vor Wildvögeln schützen, soll es auch in Landkreisen mit allgemeiner Stallpflicht Ausnahmen geben.

70 Prozent der Geflügelbetriebe bleiben von Stallpflicht verschont

Nach ersten Schätzungen werden somit bis zu 70 Prozent der geflügelhaltenden Betriebe (rund 37.000 Geflügelhalter) von einer weiteren Aufstallung verschont. Zugleich bleiben aber rund 90 Prozent der kommerziell gehaltenen Tiere (etwa 94 Millionen Stück Geflügel) weiterhin im Stall, da die Stallpflicht in den Hochburgen der Geflügelhaltung mit großen Tierbeständen weiterhin gilt.

Bei kreisweiter Stallpflicht Einzelfall prüfen

In den Landkreisen mit einer kreisweiten Aufstallung sollen die Behörden Ausnahmen von der Stallpflicht jeweils im Einzelfall prüfen und risikoorientiert genehmigen. Voraussetzung dafür ist, dass das Geflügel keinen Zugang zu Oberflächenwasser und größeren Wasserbecken hat, die auch Wildvögeln zugänglich sind, und dass die Fütterung ausschließlich im Stall oder unter einem Dach stattfindet.

Mit dem aktuellen Erlass hat das Ministerium auch geregelt, dass künftig lokale Geflügel- und Vogelausstellungen durch ortsansässige Kleintierzuchtorganisationen in Aufstallungsgebieten stattfinden können, sofern sie in geschlossenen Räumen abgehalten werden. Überregionale Börsen, Märkte und Ausstellungen mit Geflügel, mit Ausnahme von Tauben, bleiben weiterhin verboten.

Eine Übersicht zu den Landkreisen (rot markierte Kreise), in denen weiterhin die Stallpflicht gilt, entnehmen Sie bitte der Karte: Hier zum Herunterladen...

Mit Material von Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium
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