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Wirtschaftsjahr

Niedersachsens Haupterwerbsbetriebe: Erholung ja, Euphorie nein

Niedersachsen-Agrarlandschaft
© Christian Mühlhausen/landpixel
von , am
30.11.2017

Auf Niedersachsens Haupterwerbshöfen hat sich die wirtschaftliche Lage etwas entspannt. Aber nur 30 Prozent erlösten genug, um sich gesund weiterzuentwickeln.

Auf vielen Haupterwerbsbetrieben in Niedersachsen hat sich die wirtschaftliche Lage nach zwei desaströsen Jahren entspannt. Das belegen die Ergebnisse des Wirtschaftsjahres 2016/17, die die Landwirtschaftskammer am Donnerstag (29. November) in Oldenburg vorstellte.

Nach ihren Angaben lag das durchschnittliche Unternehmensergebnis über alle Betriebsformen hinweg bei 61.400 Euro je Betrieb. Das sind zwar fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr (44.100 Euro), der Wert entspricht aber nur knapp dem fünfjährigen Mittel (61.200 Euro).

 „Man sollte sich deshalb von den aktuellen Zahlen nicht täuschen lassen“, relativierte Kammerpräsident Gerhard Schwetje das Ergebnis vor Journalisten. Für den größten Teil der Haupterwerbsbetriebe bestehe „allerhöchstens Grund für ein wenig Beruhigung, aber ganz sicher nicht für Euphorie“.

Auch wenn es nach zwei Jahren erstmals nicht wieder Eigenkapitalverluste gab, konnten nur 30 Prozent der Betriebe ein Ergebnis erwirtschaften, das eine gesunde Entwicklung ermögliche.

Jeder zehnte Haupterwerbsbetrieb in Niedersachsen fuhr Verluste ein

„Arbeitszeit und Kapital sind nur unzureichend entlohnt worden“, so der Präsident der LWK Niedersachsen, der aus den Zahlen einen „Bruttolohn“ von etwa 3.600 Euro pro Familienarbeitskraft und Monat ableitete. Davon seien noch Steuern, betriebliche Neuinvestitionen, Alters- und auch Krankenversicherung zu bezahlen.

Jeder zehnte Betrieb fuhr Verluste ein, ein Drittel der Betriebe erwirtschaftete nicht mehr als 30.000 Euro, und nur ein Viertel aller Betriebe kann unter den derzeit herrschenden Marktbedingungen beruhigt in die Zukunft blicken.

Nach Schwetjes Worten braucht ein landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetrieb in Niedersachsen mindestens 70.000 Euro, um rentabel wirtschaften zu können. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2016/17 erzielten nur die Veredlungsbetriebe diesen Wert.

Die anderen Betriebsformen erwirtschafteten im dritten Jahr in Folge nur unzureichende Ergebnisse. Sie mussten auf finanzielle Rücklagen beziehungsweise Fremdkapital zurückgreifen.

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