Login
Ackerbau

Pacht: Kosten ständig im Blick behalten

Blick in die Landschaft mit Ackerflächen und Wald
Thumbnail
Birgit Greuner, LAND & Forst
am
09.12.2016

Pacht und Pachtansatz sind ein großer Kostenfaktor in Ackerbaubetrieben. Was Sie beachten sollten, lesen Sie in der LAND & Forst 49/16.

Neben den Direkt- und Arbeitserledigungskosten sind die Kosten für Pacht und Pachtansatz der drittgrößte Kostenfaktor in den Ackerbaubetrieben. Jeder Landwirt muss für sich genau kalkulieren, denn die Risiken nehmen zu. Der Anteil der Bodenkosten in extensiveren Fruchtfolgen (überwiegend Getreide, Raps und Zuckerrüben) ist deutlich höher als in intensiveren Fruchtfolgen (höherer Anteil von Kartoffeln und ähnlichen Kulturen).

Selbst wenn sich die Höhe der Neupachten nicht verändern würde: Durch den kontinuierlichen Ersatz der Alt- durch Neupachtverträge erhöhen sich die Bodenkosten und -anteile in den nächsten Jahren automatisch.

Vorsicht bei Neuverpachtungen

Bei Neuverpachtungen meinen viele Verpächter, wieder etwas mehr verlangen zu können. Die Vorstellungen über die Höhe der Pacht gehen bei Pächtern und Verpächtern zwar auseinander, aber meistens behält der Verpächter die „Oberhand“. Aufgrund der Entwicklung in den vergangenen Jahren ist bei neuen langfristigen Verträgen verstärkt Vorsicht geboten.

Galt früher vielfach die Meinung: „Wer nur den sich rechnenden Pachtpreis zahlt, bleibt auf der Strecke“. Heute sollte man von Fall zu Fall aus betriebswirtschaftlichen Gründen genau abwägen: Zum einen erzielt nicht jeder Betrieb die gleiche „Bodenrente“ und kann sich damit nicht die gleiche Pachtzahlung leisten. Zum anderen wachsen die Betriebe, wobei der Pachtanteil deutlich höher wird.

Überhöhte Pachtzahlungen vermeiden

Der Vorteil bei flächenstärkeren Betrieben liegt eher in den geringeren Arbeitserledigungskosten. Diesen Vorteil sollte man aber nicht wieder durch überhöhte Pachtzahlungen gefährden.

Neben den Arbeitserledigungs- und Direktkosten gehören die Bodenkosten mit heute um die 20 %, künftig vielleicht 25 %, an den Gesamtkosten zu den drei größten Kostenblöcken im Ackerbaubetrieb.

Kontakt zum Verpächter pflegen

Leider fehlt es bei Pachtverhandlungen oftmals an guten Argumenten. Und was zählen gute Argumente, wenn es stets einen Konkurrenten gibt, der aus welchen Gründen auch immer ein deutlich höheres Pachtangebot unterbreitet.

Daher sollte man sich nicht nur bei den anstehenden Pachtzahlungen Zeit nehmen, sondern das ganze Jahr über den Kontakt zum Verpächter pflegen. Jeder Betrieb muss für sich genau und richtig kalkulieren. Welches Risiko er eingeht, ist seine Entscheidung.

Bei der Kalkulation ist ein Blick zurück wegen der Ertrags- und Kostenerwartungen und ein Blick voraus wegen der Preis- und Prämienerwartungen wichtig.

Kalkulation der Pacht am besten betriebsindividuell

Auf keinen Fall sollten die Ansätze für den familieneigenen Lohnanspruch und das eingesetzte Eigenkapital unterdrückt werden. Diese Zahlungen müssen zwar nicht an andere Dritte geleistet werden, aber die private Lebenshaltung, die Versicherungen, die Steuern und Rücklagen und nicht zuletzt die Zukunftsinvestitionen dürfen nicht vergessen werden. Von daher ist ein positiver Unternehmensgewinn als Mindestziel zu sehen.

Kalkulationen, bei denen als Lohnanspruch des Betriebsleiters unter 25 €/h angesetzt werden, sind nicht sehr hilfreich. Selbst bei 2.000 produktiv im Betrieb eingesetzten Stunden fallen nur 50.000 € für den privaten Ausgabenkomplex an. Die Pachtkalkulation sollte immer betriebsindividuell erfolgen.

Mehr zu den Risiken in Sachen Pachtzahlungen und zu einer sinnvollen Höhe Ihrer Pachtzahlungen lesen Sie in der LAND & Forst 49/16. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Mit Material von Hans Jürgen Holzmann, LWK Nordrhein-Westfalen

Maschine des Jahres 2016: Das sind die Gewinner

Auch interessant