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Betriebsführung

Preise im Aufwind

von , am
22.10.2013

Die Nachfrage nach landwirtschaftlicher Fläche ist noch immer ungebremst. Auch die weiter bestehende Flächenknappheit führt dazu, dass die Bodenpreise sowohl in Deutschland als auch in Niedersachsen in 2012 weiter angestiegen sind.

In Weser-Ems hat sich der Kaufpreis für Ackerland gegenüber dem Vorjahr um 3.444 € (10 %) auf durchschnittlich 39.195 €/ha erhöht. © Werkfoto
Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen der durchschnittlichen Kaufwerte für landwirtschaftliche Fläche zeigen, dass es bei den Bodenpreisen weiter nach oben geht. Für Deutschland ist 2012 ein Anstieg von 931 auf 14.424 ?/ha zu verzeichnen. Das bedeutet eine Steigerung von 7 % gegenüber dem Vorjahr und eine Steigerung von 52 % im Vergleich zu 2002.

Die Angaben ?/ha beziehen sich bei den Zahlen von Destatis auf Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN). Es gibt keine Unterscheidung nach Acker-und Grünland.

Die mit Abstand höchsten Kaufwerte haben 2012 die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (32.427 ?/ha), Bayern (31.841 ?/ha) und Schleswig-Holstein (23.063 ?/ha). Dagegen sind Brandenburg (7.262 ?/ha) und Thüringen (6.870 ?/ha) die Bundesländer mit den geringsten Bodenpreisen. Allerdings darf man hier nicht vergessen, das Brandenburg in den vergangenen zehn Jahren eine Preissteigerung von über 150 % hatte und Mecklenburg-Vorpommern eine Steigerung von 197 %.

Den größten Preisanstieg von 2011 auf 2012 hatte mit 4.266 ? (23 %) Schleswig-Holstein auf 23.063 ?/ha, gefolgt von Sachsen mit einer Steigerung von 2.252 ? (38 %) auf 8.163 ?/ha und Niedersachsen von genau 2.236 ? (12 %) auf 21.146 ?/ha. Im Saarland (-2 %; 9.129 ?/ha), in Hessen (-2 %; 12.530 ?/ha) und auch in Baden-Württemberg (-3 %; 20.136) sind die Kaufwerte im Jahr 2012 zurückgegangen.

Nach der aktuellen Kaufwertestatistik des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) für das Jahr 2012 wird auch hier deutlich, dass es in allen vier ehemaligen Regierungsbezirken Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems für Acker- und Grünland weitere Preisanstiege gegeben hat.

Weser-Ems liegt vorn

Die Weser-Ems-Region ist nach wie vor der absolute Spitzenreiter bei der landesweiten Entwicklung. Hier hat sich der Kaufpreis für Ackerland gegenüber dem Vorjahr nochmals um 3.444 ? (10 %) auf durchschnittlich 39.195 ?/ha erhöht. Im Bereich des Grünlandes hat Weser-Ems im Vergleich zu den anderen Regionen sogar die höchste Steigerung von 1.715 ? auf 18.223 ?/ha. Da die Bonität der Böden in der Weser-Ems-Region eher niedrig ist als im Vergleich zu den Böden in der Region Braunschweig, ist diese Entwicklung eher auf die bereits in den letzten Jahren festzustellenden Flächenverknappung, den Biogasboom und die Veredelung in dieser Region zurückzuführen.

Die Landkreise Cloppenburg (50.911 ?/ha) und Vechta haben 2012 bei Ackerland sogar die Marke von 50.000 ? bei den Kaufwerten überschritten, wobei Vechta mit durchschnittlich 59.042 ?/ha fast die 60.000 ? Marke erreicht hat und damit ungeschlagen an der Spitze steht. Bei Grünland sind die höchsten Kaufpreise in den Landkreisen Vechta (37.125 ?/ha) und Grafschaft Bentheim (32.959 ?/ha) zu finden.

Nach Weser-Ems ist der ehemalige Regierungsbezirk Hannover die Region mit den höchsten Kaufpreisen für Acker-und Grünland. Beim Ackerland ist in 2012 ein Anstieg von genau 3.209 ? auf 26.162 ?/ha festzustellen und beim Grünland ein Anstieg von 11.658 ? (2011) auf 11.894 ?/ha (2012).

In der Region Hannover sind bei Ackerland die teuersten Kreise Diepholz (32.940 ?/ha) und Hildesheim (26.785 ?/ha) und bei Grünland die Landkreise Hannover (15.707 ?/ha) und Diepholz (13.667 ?/ha). Es ist dabei festzustellen, dass die höchsten Kaufpreise für Ackerland in der Region Hannover sogar von den durchschnittlichen Kaufpreisen für Grünland in der Region Weser-Ems zum Teil übertroffen werden. Diepholz profitiert bei seinen hohen Kaufpreisen sicherlich von seiner Nähe zur Weser-Ems-Region und dort zu Vechta.

An dritter Stelle liegt der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg. Hier lagen die durchschnittlichen Kaufpreise für Ackerland bei 18.916 ?/ha und somit 3.500 ? höher als in 2011 und für Grünland bei genau 11.001 ?/ha, was einer Steigerung von 15 % bzw. 1.414 ? entspricht.

Die Landkreise mit den höchsten Kaufpreisen für Ackerland sind hier der Landkreis Stade mit 27.306 ?/ha und der Kreis Rotenburg mit genau 25.028 ?/ha. Dies entspricht einer Steigerung von 31 % bzw. 46 %. Im Vergleich zum Landkreis Vechta allerdings ist dies nur noch rund die Hälfte der dort zu findenden durchschnittlichen Kaufpreise. Für Grünland ist der Landkreis Harburg mit durchschnittlich 14.967 ?/ha der teuerste in der Region Lüneburg.

Das Schlusslicht im Rahmen der Kaufpreisentwicklung ist im Jahr 2012 der ehemalige Regierungsbezirk Braunschweig und löst damit die Region Lüneburg ab.
Hier haben wir für Ackerland durchschnittlich 18.858 ?/ha und für Grünland 8.908 ?/ha. Dies entspricht einer Steigerung von 3 bzw. 8 % oder von 584 bzw. 687 ? im Vergleich zu 2011. Während man im vergangenen Jahr die Kaufpreise noch gut auf die hohe Bonität der Böden und die Lage zum Harz abhängig machen konnte, hat sich das Blatt hier inzwischen gewendet.

Preise geben auch nach

Während im Jahr 2011 beispielsweise der hoch bonierte Landkreis Northeim noch eine Steigerung verzeichnen konnte, ist dort im Jahr 2012 ein Rückgang von 22 % auf 17.496 ?/ha festzustellen.
Bei Ackerland sind in dieser Region der Landkreis Peine mit einer Steigerung von 41 % auf 27.560 ?/ha und bei Grünland der Landkreis Goslar mit einer Steigerung von 151 % (!) auf 16.124 ?/ha die teuersten Landkreise.

Allerdings gibt es sowohl bei Ackerland als auch Grünland neben dem Landkreis Northeim weitere Landkreise, wo es ebenfalls einen Rückgang der Kaufpreise gegeben hat. Bei Ackerland sind das u. a. Braunschweig Stadt mit einem Rückgang von 40 % auf 16.852 ?/ha in der Region Braunschweig und der Landkreis Uelzen (Region Lüneburg) mit einem Rückgang von 16 % auf 12.645 ?/ha.

Im Bereich des Grünlandes sind dies u. a. Oldenburg Stadt (Region Weser-Ems) von 20.819 auf 12.005 ?/ha (-42 %), Wolfsburg Stadt (Region Braunschweig) von 11.437 auf 6.612  ?/ha (-42 %) und der Landkreis Wolfenbüttel (Region Braunschweig) von 13.823 auf 10.743  ?/ha (-22 %).
 
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