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Düngeverordnung

Projekt „Mest op Maat“ Ziel: ein maßgeschneiderter Dünger

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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
21.05.2019

Das deutsch-niederländische Projekt „Mest op Maat“ hat sich vier Jahre damit befasst, wie mit den Nährstoffüberschüssen der Region umzugehen ist. Der Abschlussbericht stimmt zuversichtlich.

Dünger nach Maß oder niederländisch übersetzt „Mest op Maat“- das ist genau das, was die Abnehmer von Gülle, Mist oder Gärresten sich von ihren Lieferanten wünschen. Davon ist Ludger Fischer überzeugt. Der Landwirt aus Spelle, Landkreis Osnabrück, mästet auf rund 1.800 Plätzen Schweine und gibt seit 15 Jahren Gülle ab. Er ist zur Abschlussveranstaltung des grenzüberschreitenden Projektes „Mest op Maat“ gekommen.

Schweinemäster Ludger Fischer (l.) im Gespräch mit Daniel Nienhaus vom Lohnunternehmen ASW, Ochtrup

Auf zwei Betrieben in Messingen, Landkreis Emsland, wird dabei ein aktueller Stand der Technik in Sachen Nährstoffaufbereitung gegeben. Fischer interessiert sich für die Geräte zur Nährstofferfassung mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS), die gezeigt werden. „Gülle ist nicht gleich Gülle und wir müssen unseren Abnehmern genaue Angaben zu den Inhaltsstoffen machen können, sonst kann die Gülle nicht mit Mineraldünger konkurrieren“, sagt er.

Dass in einem „maßgeschneiderten“, genau auf den Bedarf des Einzelbetriebes zugeschnittenen Dünger die Zukunft zur Lösung der Nährstoffüberschuss-Problematik liegt, davon ist auch Prof. Dr. Christof Wetter überzeugt. Der Wissenschaftler von der Fachhochschule Münster ist Koordinator von „Mest op Maat“.

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„Gefragt sind Lösungen, die sowohl auf den Betrieb passen, der zuviel Gülle, Mist oder Gärreste produziert, als auch zu dem Betrieb, der diese Überschüsse aufnehmen will“, sagt er. So wurden im Projekt unterschiedlichste Ansätze betrachtet, getestet oder weiterentwickelt. Im Ergebnis steht heute unter anderem ein sehr detaillierter Technik-Atlas zur Verfügung, was heute in Sachen Aufbereitung möglich ist. Auf der Homepage www.mestopmaat.eu ist er verfügbar, ebenso wie eine Übersicht aller Anbieter von Technik oder Dienstleistungen aus diesem Bereich.  

Prof. Wetter hofft auf eine Fortführung des Projektes, denn es wird seiner Einschätzung nach weitere Verschärfungen beim Umgang mit Wirtschaftsdüngern geben, die Überwachungen werden zunehmen wie auch die Anforderungen an die Dokumentation. Auf der anderen Seite wachse aber der Grad der Automatisierung und Unterstützung durch Technik. „Wir sind auf einem guten Weg und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir für die Überschussproblematik Lösungen aus der Region für die Region finden werden“, sagt er.

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