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Schäden

Rheiderland: Pilotprojekt ermittelt Ertragsausfall durch Gänse

Gänse über Acker
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.03.2019

Im Rheiderland sorgen Gänse oft für Schäden auf Äckern und Grünland. Ein Pilotprojekt soll einen fairen Ausgleich ermitteln.

Durchziehende Wildgänse führen im nördlichen Niedersachsen zu Fraßschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Auf einer Informationsveranstaltung in Jemgum stellten der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen jetzt ein aktuelles Projekt vor, das in der Modellregion Rheiderland ein System zur einfachen Schätzung von Ertragseinbußen auf Grünland in Vogelschutzgebieten entwickelt hat.

Vergrämung der geschützten Arten ausgeschlossen

Im Rheiderland liegen große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb des EU-Vogelschutzgebietes 06 Rheiderland. Eine Vergrämung der regelmäßig rastenden, teils streng geschützten Arten sei dort aufgrund der geltenden Schutzbestimmungen ausgeschlossen.

Das erklärte Walter Schadt, Aufgabenbereichsleiter für Naturschutzprojekte und Flächenmanagement in der zuständigen NLWKN-Dienststelle Brake-Oldenburg. Vor allem Weißwangengänse und Blessgänse rasten im Winter regelmäßig in der Region.

Niedersachsen nehme Problem von Fraßschäden ernst

"Das Land Niedersachsen nimmt das Problem von Fraßschäden auf Grünland sehr ernst", betonte Julia Delingat vom Geschäftsbereich Regionaler Naturschutz des NLWKN im Rahmen ihres Vortrags im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus.

Die vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Auftrag gegebenen und derzeit in der Modellregion durchgeführten Projekte sollten das Problem messbar machen. Es werden auch für Grünlandflächen Modelle für eine schnelle und nachvollziehbare Schadensbewertung und deren finanziellen Ausgleich entwickelt.

Praktikables Vorgehen zum Rastspitzenmanagement etabliert

Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2018 hatte die Landwirtschaftskammer Niedersachsen dazu auf Flächen innerhalb des Vogelschutzgebietes umfangreiche Daten gesammelt. Die LWK ist mit der Durchführung der Projekte beauftragt. Die Experten interessierte vor allem, ob und wie eine optische Verlustermittlung durch eine Schätzkommission auf Grünlandflächen möglich ist.

"Auf Ackerflächen hat sich bereits seit 2011 ein praktikables Vorgehen zum Rastspitzenmanagement weitgehend etabliert", so Schadt.

Zugriff der Gänse auf Grasaufwuchs verhindern

Im Rahmen der aktuellen Untersuchung wurden über drei Rastperioden hinweg sowohl auf Neuansaaten, als auch auf alten Grasnarben spezielle Gitterkörbe aufgestellt. Sie sollen den Zugriff der Gänse auf den Grasaufwuchs innerhalb dieser Körbe verhindern. Im Vergleich mit ungeschützten Flächen ist es so möglich, Wuchshöhen zu vergleichen und Biomasseverluste abzuschätzen.

Neben einer Qualitätsuntersuchung durch die LUFA Nordwest erfolgte im Rahmen der Auswertung der gesammelten Daten auch eine statistische Auswertung und eine ökonomische Bewertung.

Nachvollziehbares, belastbares Erhebungs- und Honorierungsmodell

Ziel war die Entwicklung eines nachvollziehbaren und belastbaren Erhebungs- und Honorierungsmodells. Die Messung der Wuchshöhe erwies sich als praktikabelster Schätz- und Messparameter.

Ob das entwickelte Modell zur Bewertung und Honorierung der Auswirkungen von Rastspitzen auch in der Praxis funktioniert, soll nun die nächste, Ende März beginnende Pilotphase in der Modellregion zeigen: Im Rahmen der Veranstaltung in Jemgum informierten NLWKN und Landwirtschaftskammer regionale Landwirte über die Möglichkeiten einer Beteiligung.

Ausgleich der durch Wildgänse entstandenen Fraßschäden

Das Land Niedersachsen bemüht sich seit Jahren intensiv um einen Ausgleich der innerhalb von Vogelschutzgebieten durch Wildgänse entstandenen Fraßschäden. Allein im Jahr 2018 wurden im Rahmen der Fördermaßnahmen für Nordische Gastvögel dabei Zahlungen in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro bewilligt.

Das jetzt gestartete Pilotprojekt soll die Möglichkeit bieten, bei besonders schweren Fraßereignissen auf diese Fördermaßnahmen aufzusatteln und den betroffenen Landwirten in den Schutzgebieten eine faire Möglichkeit auf finanziellen Ausgleich besonderer Rastspitzen zu geben.

In der LAND & Forst 13/19 wird das Pilotprojekt zur Rastspitze auf Grünland genauer vorgestellt.

Mit Material von NLWKN
LAND&Forst

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