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Rübenanbau

Rübenanbau: Feldtag zur mechanischen Unkrautbekämpfung kommt gut an

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Werner Raupert, LAND & Forst
am
11.05.2018

Die mechanische Unkrautbekämpfung wird auch für Niedersachsens Rübenbauern immer wichtiger. Auf einem Feldtag bei Algermissen gab es neueste Erkenntnisse.

Die Bauern stehen bei der Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben vor neuen Herausforderungen. Potente Herbizidwirkstoffe drohen 2019 aufgrund fehlender Zulassungsverlängerungen wegzufallen. Was bleibt, ist die mechanische Unkrautbekämpfung.

Wie der Stand der Technik in der mechanischen Unkrautbekämpfung ist , wollten auf dem Feldtag „Innovatives Unkrautmanagement“ der LWK Niedersachsen, des DNZ und der Nordzucker in Wätzum bei Algermissen über 400 interessierte Bauern wissen. Angesprochen waren im Vorfeld sowohl die Ökobetriebe als auch konventionell wirtschaftende Landwirte.

Flammen, Hacken, Striegeln stand auf dem Programm. Begriffe, die im ökologischen Alltag lange bekannt sind. Sie sind bei den konventionell wirtschaftenden Betrieben durch die Flächenspritzungen aber in den letzten Jahrzehnten völlig aus dem Gedächtnis gestrichen worden.

Beide Gruppen haben das gleiche Ziel:

  • das Unkraut mit möglichst wenig Aufwand und Kosten kosteneffizient und wirksam zu beseitigen sowie
  • den bisher sehr hohen Handarbeitsaufwand zu senken. 

Ökobetriebe kalkulieren mit über 200 Stunden je Hektar

    Eines dürfte jedem Besucher in Wätzum schnell klar geworden sein: Fallen die wichtigen Herbizidwirkstoffe tatsächlich weg, wird es viel schwieriger, das Unkrautaufkommen wie bisher mit den Herbiziden zu kontrollieren.

    Statt der bisher 10 Stunden Aufwand je Hektar, kalkulieren die Ökobetriebe mit über 200 Stunden. Das Szenario dürfte den meisten konventionellen Betrieben noch erspart bleiben, weil sie auch noch die Bandspritzung einsetzen dürfen. Auf jeden Fall wird das Ganze aber wesentlich anspruchsvoller und zeitaufwändiger.

    Auch modernste Technik hat Grenzen

    Auf dem hoch bonierten, aber tonhaltigen Boden in Wätzum stießen die im praktischen Einsatz vorgeführten Maschinen trotz modernster Kameratechnik und Sensoren an ihre Grenzen:

    • Der Boden war nach der Saat im April verschlämmt und
    • nach der Trockenheit in den letzten Wochen sehr verdichtet.
    • Die Striegel kratzten nur über die steinharte Oberfläche und die Hacken arbeiteten aufgrund der speziellen Verhältnisse auch nicht optimal.

    Dennoch kamen von Seiten der drei Veranstalter jede Menge neue Informationen zum Stand der Technik und zur Anwendung. Für viele war dies absolutes Neuland, was erst einmal verarbeitet werden muss.

    Für andere  war die Begegnung auch deshalb wichtig, weil man sich mit den Herstellern oder auch untereinander intensiv über die anspruchsvolle Thematik austauschen konnte.

    Eins dürfte jedem klar geworden sein: Die Technik hat sich gegenüber dem alten Standard aus den 70er Jahren erheblich weiter entwickelt. Trotzdem bleiben viele Probleme wie die Unkrautbeseitigung in der Reihe noch nahezu ungelöst.

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