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Social Media für den Hof: Tipps zum Start bei Facebook, Twitter und Co

Social Media bei Landwirten
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
21.12.2018

Den eigenen Betrieb und die Landwirtschaft zeigen, das können Landwirte auch über soziale Medien. Hier Tipps für den Start auf Facebook, Twitter und Co.

Lutz-Staacke-dlv

Mit den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und Co zu arbeiten, bietet auch Landwirten und Direktvermarktern viele Vorteile. Wir sprachen mit Lutz Staacke vom dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Er berät Redaktionen und landwirtschaftliche Unternehmen zu ihren Social-Media-Auftritten.

Herr Staacke, warum sollte ein Landwirt soziale Medien nutzen?

Ein guter Grund ist eine effektive Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft. Leider stehen Landwirte heute regelmäßig im Kreuzfeuer der Kritik. Die kommt oft nur auf, weil Verbraucher zu wenig wissen über moderne Landwirtschaft.

Soziale Medien bieten tolle Wege, interessierten Verbrauchern sehr authentisch über Höhen und Tiefen des Hofalltags zu berichten. Gleichzeitig kann man sich über diese Kanäle mit Berufskollegen vernetzen und für Produkte werben.

Nennen Sie ein Beispiel für einen dort aktiven Landwirt.

Die Schweinehalter Nadine und Heinrich Henke aus Bruchhausen-Vilsen sind in den sozialen Medien unter dem Namen „Brokser Sauen“ bekannt – mit ihren Nachrichten aus dem Stall. Sie lassen kein Thema aus, vom Füttern über ihren Umgang mit Antibiotika bis hin zum Tod von Schweinen. Der gehört schließlich zum Produktionsalltag dazu.

Was brauche ich an Ausrüstung für diese Netzwerkarbeit?

Wichtig ist ein Smartphone, also ein internetfähiges Handy. Damit kann ich Fotos und Videos machen, um sie zu veröffentlichen. Außerdem brauche ich für jedes soziale Medium eine App, also ein Programm auf dem Smartphone, um meine Beiträge zu posten.

Ist eine eigene Webseite nötig?

Ein eigener Internetauftritt ist immer ein sinnvolles Aushängeschild für einen landwirtschaftlichen Betrieb. Auch für eine erfolgreiche Social-Media-Arbeit ist er eine wichtige Grundlage. Dort kann der Landwirt seinen Betrieb vorstellen, die eigenen Standpunkte erklären. Auf die Inhalte der Webseite kann er sich bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken auch immer wieder berufen.

Wie starte ich mit meinen Aktivitäten in den sozialen Medien?

Am besten mit einer eigenen Strategie. Schauen Sie sich erst einmal Beiträge von Berufskollegen auf den verschiedenen Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram an. Überlegen Sie, welches Medium besonders gut zu Ihnen passt. Wollen sie möglichst mit Ihren Fans diskutieren, wie bei Facebook üblich? Oder sagt Ihnen Instagram mehr zu, wo Sie mit ausgewählten Fotos oder Videos insbesondere eine jüngere Zielgruppe begeistern?

Stellen Sie sich einen Jahresplan auf. Listen Sie auf, wann welche Aktivitäten auf Ihrem Hof anstehen, über die Sie Ihre Fans informieren möchten.

Und dann los! Was muss ich bei den ersten Posts bedenken?

Am Anfang müssen Sie einfach Verschiedenes ausprobieren. Starten Sie vielleicht erstmal nur mit Text und Fotos. Wenn Sie bisher nicht gefilmt haben, probieren Sie das für Sie neue Medium zunächst aus, ohne die Clips zu veröffentlichen. Je häufiger Sie etwas posten, um so mehr Likes, also positive Reaktionen, können Sie erwarten. Wichtig ist es, regelmäßig Beiträge online zu stellen, also einmal pro Tag oder einmal pro Woche.

Schließlich ist dann vermutlich Geduld angesagt!

Genau. Die ist wichtig, gerade am Anfang. Wenn ein Beitrag bei einem Kollegen gut läuft, muss das nicht bei Ihnen genauso sein. Je besser Sie künftig vernetzt sind, weil Ihnen immer mehr Fans oder Abonnenten folgen, desto häufiger wird Ihr Beitrag anderen Nutzern angezeigt. Denn nicht jeder Beitrag erscheint bei allen Usern.

Wo kann ich mir regelmäßig Tipps und Rat holen?

Gut ist es, sich bei der jüngeren Generation im eigenen Umfeld einiges abzugucken. Auch in dem neu erschienenen Buch "Social Media für Landwirte" (siehe unten) gibt es viele praktische Tipps. Die Buchautoren bieten zudem Infos in ihren Angeboten in den sozialen Medien, z. B. in der Facebook-Guppe ‚Social Media für Landwirte‘.

Buchtipp

Auf Facebook, Instagram und Co können Landwirte die emotionalen Geschichten aus ihrem Alltag erzählen und mit ihren Verbrauchern in Kontakt treten. Die Autoren Jutta Zeisset und Thomas Fabry (Fabrykant), selbst Landwirte, zeigen, wie der Einstieg in die Nutzung sozialer Medien gelingen kann.

  • Jutta Zeisset, Thomas Fabry, Social Media für Landwirte – Facebook, Snapchat und Co.,144 S. Verlag Eugen Ulmer, 19,95 €, 
  • ISBN 978-3-8186-0383-0

Erfolgreich mit Social Media: Tipps von Agrarblogger Thomas Fabry

Chat-Interview mit Thomas Fabry
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